Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig
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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensium



Prof. Dr. rer. pol. Friedrich Franz Willi Behrens

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, UAL FS N 00700

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, UAL FS N 00700

geb. 20.09.1909 in Rostock
gest. 19.07.1980 in Berlin
Konfession: konfessionslos
PND: 122072006

Lebenslauf

Qualifikation

  • 1946 Habilitation für Politische Ökonomie an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Alte und neue Probleme der Politischen Ökonomie. Eine theoretische und statistische Studie über die produktive Arbeit im Kapitalismus
  • 1935 Promotion zum Dr. rer. pol. in Volkswirtschaftslehre an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Das Geldkapital in den Wechsellagen. Zugleich eine Untersuchung über die Möglichkeit der statistischen Erfassung des Geldkapitals in den Wechsellagen

Akademische Karriere

  • 1946-1947 PD für Politische Ökonomie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1947 Professor mit vollem Lehrauftrag für Politische Ökonomie an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1955-1968 Prof für Statistik an der Humboldt-Universität Berlin

Ämter

  • Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • seit 1947 Dekan der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Mitglied der Deutschen Statistischen Gesellschaft
  • Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1956-1972
  • Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR zu Berlin 1972-1980

Weitere Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied der KPD seit 1932
  • Mitglied im NS-Rechtswahrerbund seit 1936
  • Mitglied der NSV seit 1939
  • Mitglied im FDGB seit 1945
  • Mitglied im Kulturbund seit 1945
  • Mitglied der FDJ seit 1946
  • Mitglied der SED seit 1946
  • Mitglied der Hellmuth von Gerlach-Gesellschaft seit 1948
  • Mitglied der DSF seit 1949
  • Mitglied der SPD 1926-1931
  • Mitglied der SAPD seit 1931

Publikationen (Auswahl)

  • Die Arbeitsproduktivität, Leipzig 1952.
  • Zur Methode der politischen Ökonomie, Berlin 1952.
  • Arbeitsproduktivität, Lohnentwicklung und Rentabilität, Berlin 1955.
  • Die Zeitsummenmethode, Berlin 1961.
  • Grundriß der Geschichte der Politischen Ökonomie, 4 Bde., Berlin (Ost) 1962-1981.

Weitere Informationen

  • 1916-1924 Volksschule
  • 1924-1928 Maschinenbaulehrling
  • 1924-1928 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend
  • seit 1924 Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes
  • seit 1925 Funktionär der Sozialistischen Arbeiter-Jugend
  • 1928/29 Maschinen-Assistent an Bord eines Dampfers
  • 1929-1931 Mitglied der Jungsozialistischen Vereinigung
  • 1930 per Begabtenprüfung an der Heimvolksschule Leipzig zum Studium qualifiziert
  • nach 1932 Mitglied der Roten Studentengruppe und Kommunistischen Studentenfraktion
  • seit 1933 illegale Arbeit in verschiedenen Widerstandsgruppen in Leipzig und Berlin (bis 1938/39)
  • 1935-1939 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter und Hilfsreferent im Statistischen Reichsamt Berlin
  • 1939-1941 dienstverpflichteter Statistiker in der Preis- und Vertragsprüfung der Oberkommando der Wehrmacht
  • 1941-1945 Lehrtätigkeit an der Karls-Universität in Prag für das Gebiet der "Allgemeinen und besonderen Methodenlehre und Statistik", reichte dort 1941 seine Habilitationsschrift "Die Arbeitsproduktivität" ein, welche aufgrund ihrer marxistischen Argumentation als "die Anforderungen nicht erfüllend" abgelehnt wurde
  • 1941-1945 Sozialstatistiker im Statistischen Reichsamt und Statistischen Zentralamt Prag
  • 1943-1945 Heimat-Flak Prag
  • 1945-1946 Stadtrat für Volksbildung in Zwickau
  • 1946 Gründung der ersten gemeinsamen Betriebsgruppe der SED der Wissenschaftler, Studenten, Arbeiter und Angestellten
  • 1946-1947 Vertretung einer Professur für Politische Ökonomie und Statistik an der Universität Leipzig
  • 1946-1949 Mitglied der zentralen Parteileitung der SED an der Universität Leipzig (seit 1951 wieder)
  • nach 1947 Mitglied des wissenschaftlichen Senats der Zentralverwaltung für Volksbildung und des Volksbildungsministeriums (bis 1956), Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Wirtschaftswissenschaften beim Staatssekretariat für Hochschulwesen
  • seit 1947 Direktor des Instituts für Wirtschaftswissenschaft und Statistik an der Universität Leipzig
  • seit 1949 Mitglied des Senats der Universität Leipzig
  • 1950/51 Abhaltung von Massenvorlesungen über Grundfragen der Politischen Ökonomie außerhalb der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät (daneben auch Vorträge in verschiedenen VEBs)
  • 1954 Berufung zum stellvertretenden Direktor der des Instituts für Wirtschaftswissenschaften an der Akademie der Wissenschaften Berlin (Ost)
  • Auszeichnungen: Nationalpreis (1954), Vaterländischer Verdienstorden in Silber (1964), Medaille für 50jährige Parteizugehörigkeit vom Zentralkommittee der SED (1976)
  • 1955-1957 Leiter des Statistischen Zentralamts der DDR Berlin (Ost) und Stellvertreter des Vorsitzenden der Staatlichen Planungskommission
  • wirkte bis 1955 maßgeblich an der Ausbildung marxistischer Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler mit
  • 1957 Rückgang an die Akademie der Wissenschaften Berlin (Ost) als Arbeitsgruppenleiter
  • 1957 wegen Revisionismus gemaßregelt (aufgrund "Irrtürmer über die Wirtschaftsentwicklung im Sozialismus")
  • war noch bis 1957 nebenamtlich an der Universität Leipzig tätig
  • 1979 Verleihung der Würde eines Doktor honoris causa
  • 1990 von der PDS-Schiedskommission posthum rehabilitiert
  • Funktionär der Roten Studentengruppe Leipzig
  • Leiter der Sozialistischen Studentenschaft in Leipzig
  • Mitglied der Kommunistischen Studentenfraktion Leipzig

Biographische, autobiographische Literatur

  • Müller, Eva / Neuhaus, Manfred / Tesch, Joachim (Hrsg.), "Ich habe einige Dogmen angetastet...". Werk und Wirken von Fritz Behrens, Beiträge des vierten Walter-Markov-Kolloquiums, Leipzig 1999.
  • Wustmann, Markus, Die Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät in Leipzig 1947-1951. Experimentierfeld kommunistischer Hochschulpolitik in SBZ und früher DDR, Leipzig 2004.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

DBE online (2.2.2008); DBA II, Fiche 92, 357-358; DBA III, Fiche 59, 354-373; UAL, PA 13.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Friedrich Franz Willi Behrens
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Behrens_573
Datum: 14.11.2018


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