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Prof. Dr. med. Johann Christian August Heinroth

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, df002822

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, df002822

geb. 17.01.1773 in Leipzig
gest. 26.10.1843 in Leipzig
Konfession: evangelisch
PND: 118548549

Lebenslauf

Studium

  • Studium: Theologie in Erlangen
  • 1791-1796 Studium: Medizin in Leipzig

Qualifikation

  • 1805 Promotion zum Dr. med. an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Medicinae discendae et exercendae ratio.
  • 1806 Habilitation für Medizin an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Über das Bedürfnis des Studiums der medizinischen Anthropologie.
  • 1817 Promotion zum Dr. phil. an der Univesität Leipzig
    Titel der Arbeit: De voluntate medici medicamento insaniae hypothesis.

Akademische Karriere

  • 1811-1819 aoProf für Psychische Therapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1819-1843 oProf für Psychische Heilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Ämter

  • 1843-1844 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Publikationen (Auswahl)

  • Beyträge zur Krankheitslehre, Gotha 1810.
  • (als Wellentreter, Treumund), Gesammelte Blätter, 4 Bde., Leipzig 1818-1827.
  • Lehrbuch der Anthropologie: zum Behuf academischer Vorträge, und zum Privatstudium, nebst einem Anhange erläuternder und beweisführender Aufsätze, Leipzig 1822.
  • Lehrbuch der Störungen des Seelenlebens oder der Seelenstörungen und ihrer Behandlung, 2 Bde., Leipzig 1818.
  • Ueber die gegen das Gutachten des Hofrath Dr. Clarus von C. M. Marc in Bamberg abgefaßte Schrift: War der am 27. August 1824 zu Leipzig hingerichtete Mörder J. C. Woyzeck zurechnungsfähig?, Leipzig 1825.

Weitere Informationen

  • 1796-1801 als Famulus praktisch tätig, 1806-1813 Tätigkeit als Militärarzt in französischen Spitälern
  • 1801 begleitete er den russischen Grafen Rasumowsky als Reisearzt nach Italien, nach dessen plötzlichen Tod blieb er noch in Wien zu weiteren Studien
  • seit 1814 auch Arzt am Zucht-, Waisen- und Versorgunshaus St. Georgen in Leipzig
  • seit 1829 Königlich-Sächsischer Hofrat
  • auf dem Gebiet der Kriminalpsychologie prägte er den Begriff der "unfreien, aber schuldigen Person", erstellte viele Gutachten und machte sich um die Neuorganisation der Irrenhäuser verdient
  • gelangte zu einer psychologisch begründeten Psychiatrie, die erst um die Jahrhundertmitte durch eine naturwissenschaftliche Begründung verdrängt wurde, entwickelte auch eine Gesundheitslehre auf rationaler Grundlage sowie eine Klassifizierung der Seelenstörungen
  • lieferte zahlreiche Beiträge zur forensischen und Staatsmedizin
  • nach seiner Rückkehr von seiner Studienreise begann er nach längerer ärztlicher Tätigkeit noch ein Studium der Theologie in Erlangen, gab dieses jedoch wieder auf, um sich in Leipzig für Medizin zu promovieren
  • widmete sich v.a. der Naturphilosophie und der medizinischen Anthropologie

Biographische, autobiographische Literatur

  • Hermann, Gottfried (Hrsg.), Lebens-Studien oder mein Testament für Mit- und Nachwelt, 2 Bde., Leipzig 1845-1846.
  • Kesting, Josef, Die Krankheitslehre des Psychiaters Johann Christian August Heinroth (1773-1843) und deren Bedeutung für die Formierung der Psychiatrie als medizinische Disziplin, Leipzig 1987.
  • Lidl, Monika, Johann Christian August Heinroth (1773 - 1843) und sein therapeutisches Konzept, Würzburg 1981.
  • Schmogrow, Bodo, Der Psychiater Johann Christian August Heinroth (1773 - 1843) in kritischer Betrachtung aus der Sicht seiner Zeitgenossen, Leipzig 1967.
  • Schielle, Johann Baptist, Johann Christian August Heinroth's Erziehungslehre, Eichstätt 1911.
  • Riha, Ortrun, Johann Christian August Heinroth (1773 - 1843): Der erste Lehrstuhlinhaber für psychische Heilkunde, in: Leipziger psychiatriegeschichtliche Vorlesungen, hrsg. von Steinberg, Holger, Leipzig 2005, S. 209-228.

Referenzen und Quellen

ADB Bd. 11, S. 648f.; NDB Bd. 8, S. 435f.; Personal- und Vorlesungsverzeichnisse.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Johann Christian August Heinroth
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Heinroth_1243
Datum: 09.12.2018


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