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Prof. Dr. med. Johann Christian Gottfried Jörg

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, FS_N0045

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, FS_N0045

geb. 24.12.1779 in Predel bei Zeitz
gest. 20.09.1856 in Leipzig
Konfession: evangelisch-lutherisch
PND: 117148814

Lebenslauf

Studium

  • seit 1800 Studium: Naturwissenschaften und Medizin in Leipzig

Qualifikation

  • 1804 Promotion zum Dr. phil. in Naturwissenschaften an der Universität Leipzig
  • 1805 Habilitation für Geburtshilfe an der Universität Leipzig
  • 1805 Promotion zum Dr. med. an der Universität Leipzig

Akademische Karriere

  • 1805-1809 PD für Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1809-1856 oProf für Geburtshilfe an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Ämter

  • 1842 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1846-1847 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1849-1850 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1852-1853 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Korrespondierendes Mitglied der Académie de medicine seit 1835

Publikationen (Auswahl)

  • Systematisches Handbuch der Geburtshülfe für Geburtshelfer, Aerzte und Wundaerzte, Leipzig 1807.
  • Anleitung zu einer rationellen Geburtshülfe der landwirthschaftlichen Thiere: für Thierärzte, gebildete Oekonomen und Geburtshelfer, Leipzig 1808.
  • Diätetische Belehrungen für Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen: mit einer Einleitung zur ersten physischen Erziehung der Kinder, 3. Aufl., Leipzig 1826.
  • Handbuch zum Erkennen und Heilen der Kinderkrankheiten: nebst der Physiologie, Psychologie und diätetischen Behandlung des Kindes, 2 Bde., Wien 1831.
  • Über das physiologische und pathologische Leben des Weibes, 2 Bde., 2. Aufl., Leipzig 1820-1821.

Weitere Informationen

  • 1802 wendete er sich der praktischen Medizin zu, indem er Assitent des Leipziger Stadtgeburtshelfers Menz wurde und auf diese Weise auch erste Erfahrungen als geburtshilflicher Operateur sammeln konnte
  • 1804 reiste er nach Wien, um seine Studien an der Entbindungsschule des Wiener Allgemeinen Gebärhauses zu vertiefen
  • 1809 erhielt er mit seiner Berufung auch den Auftrag als Direktor und leitender Arzt eine Hebammenschule und Entbindungsanstalt für Medizinstudenten zu errichten
  • 1813 leitete er nach der Völkerschlacht ein großes Militärhospital bei Leipzig
  • die Basis dieser wissenschaftlich indizierten Geburtshilfe konnte nur eine genaue Beobachtung und Erfoschung der Physiologie von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sein, dadurch trug Jörg wesentlich zur Erhebung der Geburtshilfe als wissenschaftliche Disziplin bei
  • im Gegensatz zu vielen seiner Fachkollegen, bezog Jörg sowohl Aspekte der mütterlichen als auch der kindlichen Gesundheit in die Entscheidung über die passende Behandlungsmethode mit ein, womit er auch einen Beitrag zur Pädiatrie leistete
  • seine praktisch-medizinischen Erfahrungen ließen ihn früh das damals übliche Eingreifen von Hebammen und Geburtshelfern zur Beschleunigung des Geburtsvorganges ablehnen, vielmehr plädierte er dafür, die Spontangeburt als einen natürlichen Vorgang zu erklären und anzustreben und die operative Vorgehensweise nur bei strenger wissenschaftlicher Indikation zu wählen (Hauptkontrahent: F. B. Osiander)

Biographische, autobiographische Literatur

  • Fahrenbach, Sabine, Johann Christian Gottfried Jörg und das "Trierische Institut": zum 150. Todestag am 20. September 2006 und zum 200. Jubiläum der Trierischern Stiftung, in: Jubiläen: Personen, Ereignisse, Leipzig 2006, S. 125-130.
  • Kühn, Otto Bernhard, Herrn Johann Christian Gottfried Jörg begrüsst am Tage seines fünfzigjährigen Doctor-Jubiläums, Leipzig 1855.

Referenzen und Quellen

DBA I, Fiche 607, 384-390; DBA II, Fiche 657, 435-436; NDB Bd. 10, S. 462f.; ADB Bd. 14, S. 527f.; Hehl, Ulrich von (Hrsg.), Sachsens Landesuniversität in Monarchie, Republik und Diktatur (BLUWiG, Reihe A, Bd. 3), Leipzig 2005, S. 525; Personal- und Vorlesungsverzeichnisse.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Johann Christian Gottfried Jörg
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Joerg_1254
Datum: 16.11.2018


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