Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig
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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensium



Prof. Dr. phil. August Ferdinand Möbius

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, FS_N00536

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, FS_N00536

geb. 17.11.1790 in Schulpforta
gest. 26.09.1868 in Leipzig
Konfession: evangelisch
PND: 119147114

Lebenslauf

Studium

  • 1809-1813 Studium: Rechtswissenschaften, Mathematik, Physik und Astronomie in Leipzig
  • 1813-1814 Studium: Mathematik in Göttingen

Qualifikation

  • 1814 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Leipzig
  • 1815 Habilitation für Mathematik an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: De peculiaribus quibusdam aequationum trigonometri carum affectionibus.

Akademische Karriere

  • 1816-1844 aoProf für Astronomie an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1844-1868 oProf für Höhere Mechanik und Astronomie an der Universität Jena

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Gründungsmitglied der Königlich-Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig
  • Mitglied der Fürstlich Jablonowskischen Gesellschaft der Wissenschaften seit 1844
  • Korrespondierendes Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1829-1868
  • Korrespondierendes Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschaften zu Göttingen 1846-1864
  • Auswärtiges Mitglied der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München 1859-1868
  • Auswärtiges Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschaften zu Göttingen 1864-1868

Publikationen (Auswahl)

  • Beobachtungen auf der Universitäts-Sternwarte zu Leipzig: mit vorausgeschickter Einrichtung dieser Sternwarte, Leipzig 1823.
  • Der barycentrische Calcul: ein neues Hülfsmittel zur analytischen Behandlung der Geometrie, Leipzig 1827.
  • Die Hauptsätze der Astronomie: zum Gebrauche bei seinen Vorlesungen für Gebildete zusammengestellt , Leipzig 1836.
  • Die Elemente der Mechanik des Himmels: auf neuem Wege ohne Hülfe höherer Rechnungsarten dargestellt, Leipzig 1843.
  • Lehrbuch der Statik, 2 Bde., Leipzig 1837.

Weitere Informationen

  • Möbius wurde 1814 ohne Dissertation in Leipzig promoviert
  • 1816 wurde er Observator, 1820 auch Direktor der Sternwarte Leipzig, doch die Universität Leipzig überging ihn bei der Neubesetzung des Lehrstuhls für Mathematik, weil man sich seines Bleibens sicher war, daraufhin nahm Möbius 1844 einen Ruf aus Jena an
  • die Sächsische Akademie der Wissenschaften, deren Mitbegründer er war, bewahrte seinen wissenschaftlichen Nachlass in einem eigens eingerichteten Möbius-Archiv auf, welches jedoch bei einem Bombenangriff auf Leipzig 1943 zerstört wurde
  • Komtur des Sächsischen Albrechts-Ordens
  • durch die Heirat seines Sohnes Paul mit der Tochter des Leipziger Juraprofessors Gustav Ludwig Theodor Marezoll mit diesem verschwägert
  • er ist der Vater des Leipziger Nordistikprofessors Theodor Möbius und der Schwiegervater des Leipziger Astronomieprofessors Heinrich Louis D'Arrest
  • hatte Anteil an der Entwicklung vieler mathematischer Teilgebiete, die für die modernen Mathematik grundlegend sind, z.B. die Vektoranalysis
  • obwohl er meist als Astronom angestellt war, sind seine Forschungen auf dem Gebiet der Mathematik bedeutender, in seiner Zeit wurde seine Wirkung auf die Entwicklung der Mathematik jedoch weitaus geringer eingeschätzt als in der modernen historischen Forschung
  • schon in der Schule fiel Möbius durch seine überragenden mathematischen Fähigkeiten auf, sodass ihn seine Lehrer bereits als Primaner bei der Umgestaltung der Mathematiklehrpläne zu Rate zogen
  • sein Enkel Martin Möbius war Professor für Botanik in Frankfurt/Main und sein Urenkel Hans Möbius war Archäologieprofessor in Würzburg
  • verheiratet mit Dorothea Möbius, geb. Rothe
  • viele mathematische Phänomene sind durch ihn entdeckt wurden oder tragen seinen Namen, so beispielsweise das Möbiusband, die Möbiusfunktion, die Möbiussche Reihe oder die Möbius-Moleküle
  • war Famulus bei Prof. Karl Brandan Mollweide und nach seinem Studium als Lehrer für Mathematik und Physik am Pädagogium in Halle tätig

Biographische, autobiographische Literatur

  • Schmieder, Anne, Mathematik in Leipzig zwischen Tradition und Moderne. Untersuchungen zur reinen und angewandten Mathematik, unter August Ferdinand Möbius, unver. Examensarbeit, Leipzig 2007.
  • Loh, AndrÃéAugust Ferdinand Moebius (1790-1868): Leben und Werk, Leipzig 1994.
  • Hankel, Hermann, Über die Vieldeutigkeit der Quadratur und Rectification algebraischer Curven: eine Gratulationsschrift zur Feier des fünfzigjährigen Doctorjubiläums des Herrn August Ferdinand Möbius am 11. December 1864, Leipzig 1864.
  • Eccarius, Wolfgang, Urteile von Zeitgenossen über August Ferdinand Möbius (1790-1868) im Zusammenhang mit seiner geplanten Berufung an die Universität Jena, o.O., o.J.
  • Bruhns, Karl, Ihren hochverehrten Collegen August Ferdinand Möbius beim Eintritt in sein Hundert und erstes Docentensemester am 19. April 1865, Leipzig 1865.

Referenzen und Quellen

NDB Bd. 17, S. 600-604; ADB Bd. 22, S. 38-43; DBA II, Fiche 902, 126-129.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:August Ferdinand Möbius
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Moebius_1280
Datum: 18.11.2018


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