Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig
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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensium



Prof. Dr. phil. habil. Paul Johannes Nedo

Lebensdaten

geb. 01.11.1908 in Kotitz
gest. 24.05.1984 in Leipzig
PND: 128828234

Lebenslauf

Studium

  • 1928-1932 Studium der Pädagogik, Psychologie und Deutschen Volkskunde an der Universität Leipzig

Qualifikation

  • 1963 Habilitation für Deutsche und Sorbische Volkskunde an der Karl-Marx-Universität Berlin
    Titel der Arbeit: Grundriss der sorbischen Volksdichtung.
  • 1955 Promotion zum Dr. phil. an der Humboldt-Universität Berlin
    Titel der Arbeit: Sorbische Volksmärchen. Systematische Quellenausgabe mit Einführung und Anmerkungen.

Akademische Karriere

  • 1959-1964 Professor mit Lehrauftrag für Sorbische Volkskunde und Literatur sowie Allgemeine Deutsche Volkskunde an der Philosophischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig
  • 1964-1968 Professor mit vollem Lehrauftrag für Deutsche und Westslawische Volkskunde an der Humboldt-Universität Berlin

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Mitglied der Sektion Völkerkunde und deutsche Volkskunde der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1953-1968
  • Vorsitzender der Sektion Ethnographie der Akademie der Wissenschaften der DDR 1965-1968

Weitere Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied im NSLB
  • Mitglied der SED seit 1946
  • Mitglied des Verbandes sorbischer Studenten 1928-1932
  • Mitglied der KPD 1945/1946

Publikationen (Auswahl)

  • (Mithrsg.) Sorbische Volkstrachten, 4 Bde., Bautzen 1954-1964.
  • Lachende Lausitz. Sorbische Volksschwänke, Leipzig 1957.
  • Grundriß der sorbischen Volksdichtung, Bautzen 1966.
  • (mit Rolf Langematz) Sorbische Volkskunst, Bautzen 1968.
  • (Hrsg.) Das Eselsnest. Sorbische Volksschwänke, Bautzen 1983.

Weitere Informationen

  • 1915-1922 Volksschule, 1922-1928 Landständisches Gymnasium Bautzen
  • 1932 Leitung und Neuordnung des sorbischen volkskundlichen Museums in Bautzen
  • 1932-1934 im sächsischen Schuldienst tätig
  • 1933-1937 gewählter Vorsitzender der Domowina
  • 1934-1937 Hilfslehrer, dann kommissarischer Schulleiter in Rackel
  • 1937 Ausweisung aus der Lausitz (Verbot der sorbischen Organisationen, Vermögenseinzug)
  • 1937-1939 Volontär, später Buchhalter bei einer Genossenschaftsbank der polnischen nationalen Minderheit in Berlin sowie Tätigkeit als Fremdsprachenkorrespondent
  • 1939-1942 Gutssekretär in der Uckermark; vorübergehende Inhaftierung durch Gestapo wegen illegaler Arbeit für Domowina
  • 1942-1944 Teilnahme am Zweiten Weltkrieg
  • 1944 Verhaftung durch Gestapo wegen Hochverrat, Überweisung zur Aburteilung wegen Landesverrats an den Volksgerichtshof in Potsdam
  • 1945 Befreiung aus Haft durch Rote Armee
  • 1945-1948 Bezirksschulrat in Bautzen-Nord
  • 1945-1950 Vorsitzender der Domowina
  • 1948-1950 Leiter der Abteilung für sorbische Volksbildung des Sächsischen Volksbildungsministeriums in Bautzen
  • 1950 Besuch der Landesparteischule der SED
  • 1950-1952 Leitung der Hauptabteilung Kunst und Literatur im Volksbildungsministerium des Landes Sachsen; Leitung der Kommission für Kunstangelegenheiten bei der Landesregierung Sachsen
  • 1951-1959 Lehrauftrag für sorbische Volkskunde am Sorbischen Institut der Universität Leipzig
  • 1952-1956 Auftrag zum Aufbau einer Forschungsabteilung am Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig; zugleich stellvertretender Leiter des Zentralhauses für Volkskunst in Leipzig
  • 1953 Medaille für hervorragende Leistungen, 1954 Karl-Friedrich-Wilhelm-Wander-Medaille des Ministeriums für Volksbildung in Silber, 1956 Medaille für hervorragende Leistungen des Präsidiums des Kulturbunds, 1958 J. Bart-ÄŒiÅ¡inski-Preis 1. Klasse (Staatspreis des Ministeriums für Kultur), 1964 Arthur-Becker-Medaille in Silber, 1968 Literatur- und Kunstpreis der Domowina 2. Kl. und Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber, 1974 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze, 1978 Ehrennadel der KMU Leipzig, 1978 Vaterländischer Verdienstorden in Silber und Gold
  • 1956-1961 Leitung des Institutes für Volkskunstforschung im Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig
  • 1961-1964 Leiter des Institutes für Volkskunstforschung Leipzig
  • 1962-1964 Parteileitungsmitglied der SED-GO Slawistik/Sorabistik/Sprachwissenschaft an der KMU
  • 1966-1968 Direktor des Institutes für Völkerkunde und Deutsche Volkskunde der Humboldt-Universität

Biographische, autobiographische Literatur

  • Paul Nedo zum 65. Geburtstag, in: EAZ 15 (1974), S. 305-307.
  • Paul Nedo zum Gedenken, in: EAZ 26 (1985), S. 336 f.
  • Mohrmann, Ute, Paul Nedo und seine Berliner Jahre. Prof. Dr. Paul Nedo zum 100. Geburtstag am 1. November 2008, in: LÄ›topis 56 (2009), S. 111-124.
  • Bresan, Annett, Pawol Nedo 1908 - 1984. Ein biografischer Beitrag zur sorbischer Geschichte, Bautzen 2002.
  • LÄ›topis C 11/12 (1968/69). Festschrift für Paul Nedo.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

UAL, PA 1133; DBA III, Fiche 657, 421-422.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Paul Johannes Nedo
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Nedo_1715
Datum: 14.12.2018


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