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Prof. Dr. phil. Karl Wilhelm Julius Hugo Riemann

Lebensdaten

Bedeutende Gelehrte in Leipzig, Band 1

Bildquelle: Bedeutende Gelehrte in Leipzig, Band 1

geb. 18.07.1849 in Großmehlra
gest. 10.07.1919 in Leipzig

Lebenslauf

Studium

  • 1868-1873 Studium der Rechtswissenschaft, Deutschen Philologie, Geschichte und Musik an den Universitäten Berlin, Tübingen und Leipzig

Qualifikation

  • 1878 Habilitation für Musikwissenschaft an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Studien zur Geschichte der Notenschrift.
  • 1873 Promotion zum Dr. phil. in Musikwissenschaft an der Universität Göttingen
    Titel der Arbeit: Über das musikalische Hören.

Akademische Karriere

  • 1878-1880 PD für Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1895-1901 PD für Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1901-1911 aoProf für Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Ehrenmitglied der Königlich Musikalischen Akademie zu Florenz
  • Ehrenmitglied der Königlich Musikalischen Akademie zu Rom
  • Ehrenmitglied der Musical Association in London seit 1900
  • Ehrenmitglied der Niederländischen Gesellschaft zur Förderung der Tonkunst
  • Mitglied der Gesellschaft für Musikforschung

Publikationen (Auswahl)

  • Musik-Lexikon. Theorie und Geschichte der Musik, die Tonkünstler alter und neuer Zeit mit Angabe ihrer Werke, nebst einer vollständigen Instrumentenkunde, Leipzig 1882.
  • Neue Schule der Melodik.Entwurf einer Lehre des Kontrapunktes nach einer gänzlich neuen Methode, Hamburg 1883.
  • Präludien und Studien. Gesammelte Aufsätze zur Ästhetik, Theorie und Geschichte der Musik, 3 Bde., Frankfurt am Main 1895-1901.
  • Handbuch der Harmonielehre, Leipzig 1900.
  • Große Kompositionslehre, 3 Bde., Berlin 1902-13.

Weitere Informationen

  • Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
  • 1874-78 Privatlehrer und Chordirigent in Bielefeld; 1880 Gymnasiallehrer und Dirigent in Bromberg; 1881-90 am Konservatorium in Hamburg, 1890 in Sondershausen, 1890-95 in Wiesbaden tätig; Bekannter Johannes Brahms' und Hans von Bülows; Lehrer von Max Reger, Hans Pfitzer, Friedrich Blume, Wilibald Gurlitt und Johannes Wolf
  • 1895-1905 musste er sich und seine Familie mit Kollegiengeldern und Publikationen finanzieren, daher die gewaltige Zahl seiner Veröffentlichungen: 50 eigenständige Publikationen, mehr als 200 Fachartikel, 70 eigene Kompositionen und über 70 musikalische Editionen; aufgrund seines Einsatzes für moderne akademische Strukturen und Vorstellungen, stieß er bei seinen Zeitgenossen auf Skepsis und tw. auf Ablehnung
  • 1900 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Musik durch die Universität Edinburgh
  • 1908 Direktor des Musikwissenschaftlichen Instituts an der Universität Leipzig, 1914 Direktor des durch seine Initiative geschaffenen Staatlichen Sächsischen Forschungsinstituts für Musikwissenschaft
  • Musikforscher von bemerkenswerter Universalität: komponierte Klavier- und Kammermusikwerke, Lieder und Etüden; Erfinder und Vertreter der nach ihm benannten "Methode Riemann"; schuf und klärte entscheidende Grundbegriffe für die gesamte Musiklehre; arbeitete zu Musikgeschichte und strebte nach einer Reform der Methodik des Musikunterrichts
  • nachdem seine Dissertation in Leipzig von Oskar Paul zurückgewiesen wurde, revidierte Riemann die Fassung und reichte sie erfolgreich in Göttingen ein

Biographische, autobiographische Literatur

  • Riemann-Festschrift. Gesammelte Studien. Hugo Riemann zum 60. Geburtstage, überreicht von Freunden und Schülern, Leipzig 1909.

Referenzen und Quellen

DBA I, Fiche 1073, 329; DBA II, Fiche 1075, 94-112; DBE, Bd. 8, 1998, S. 301; NDB, Bd. 21, 2003, S. 592-594.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Karl Wilhelm Julius Hugo Riemann
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Riemann_958
Datum: 19.09.2017


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