Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig
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Prof. Dr. phil. habil. Ludwig Erich August Schmitt

Lebensdaten

geb. 10.02.1908 in Remscheid-Lennep
gest. 01.03.1994 in Marburg
Konfession: evangelisch-reformiert
PND: 118759868

Lebenslauf

Studium

  • 1928-1934 Studium der Germanischen Philologie, Indoeuropäischen vergleichenden und allgemeinen Sprachwissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie, deutschen Volkskunde und Pädagogik an der Ludwigsuniversität in Gießen, der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin sowie an der Universität Leipzig

Qualifikation

  • 1934 Promotion zum Dr. phil. im Fach Deutsche Philologie an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Zum Stil der Urkundensprache in der Kanzlei Kaiser Karls IV. (1346-1378) (erschienen 1936).
  • 1941 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: Sprachgeschichte des thüringisch-obersächsischen Raumes im ausgehenden Mittelalter. Untersuchungen I: Die Geschäftssprache von 1300 bis 1500.

Akademische Karriere

  • 1941-1943 oProf für Germanische Philologie, deutsche Sprachwissenschaft und germanische Volkskunde an der Reichsuniversität Groningen (Niederlande)
  • 1945 aoProf für Deutsche und Niederländische Philologie an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1947-1949 Professor mit Lehrauftrag für Deutsche und Niederländische Philologie an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1949-1952 Professor mit vollem Lehrauftrag für Deutsche und Niederländische Philologie an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1956-1976 oProf für Germanische Philologie an der Philipps-Universität Marburg

Ämter

  • 1956-1976 Direktor des Germanistischen Instituts der Philipps-Universität Marburg

Weitere Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied der NSDAP 1938-1943
  • Mitglied des Internationalen Germanistenverbandes 1959-1979

Publikationen (Auswahl)

  • Kurzer Grundriss der germanischen Philologie bis 1500, 2 Bde., Berlin 1970/71.
  • zus. mit Albert Haueis/Ernst Lehmann, Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart, Leipzig 1937 und 1939.
  • zus. mit Theodor Frings, Der Weg zur deutschen Hochsprache, in: Jahrbuch der Deutschen Sprache (1944), S. 67-121.
  • Untersuchungen zur Entstehung und Struktur der 'neuhochdeutschen Schriftsprache', Bd. 1: Sprachgeschichte des Thüringisch-Obersächsischen im Mittelalter, Köln/Graz 1982 (2. Aufl.).

Weitere Informationen

  • 1914-1922 Besuch der Volksschulen in Radevormwald und Dillenburg
  • 1928-1930 Hilfsarbeiter am Südhessischen Mundartenwörterbuch sowie Nachhilfelehrer
  • 1928-1930 Werkstudent, 1930-1934 Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes
  • 1931-1934 Hilfsbibliothekar am Germanistischen Institut der Universität Leipzig
  • 1932-1933 krankheitsbedingte Unterbrechung des Studiums
  • 1934-1937 Universitätsassistent am Germanistischen Institut der Universität Leipzig
  • 1937-1941 Wissenschaftlicher Oberassistent am Germanistischen Institut der Universität Leipzig
  • 1938 Lektor für Deutsch und wissenschaftliche Studien an der Reichsuniversität Groningen (Niederlande)
  • 1942 Auseinandersetzungen mit der Universitätsleitung in Groningen sowie Konflikte mit den politischen Instanzen vor Ort (v.a. dem SD); nach der Weigerung, Kollegen zu denunzieren, wurden Schmitt im Juni die Ausweispapiere abgenommen
  • 1944-1945 Vertretung des Lehrstuhls für Deutsche Philologie an der Universität München
  • 1944-45 erneut Oberassistent am Germanistischen Institut der Universität Leipzig
  • 1945-1947 Arbeit als Landarbeiter auf dem Gut der Schwiegereltern in Großtauschwitz (Thüringen)
  • 1945-1953 Mitglied der Historischen Kommission des Landes Sachsen
  • 1947 versehentliche Einstellung Schmitts als oProf für Deutsche und Niederländische Philologie; Korrektur der Bestellungsurkunde in aoProf
  • 1947-1952 Leiter der Niederländischen Abteilung des Germanistischen Instituts der Universität Leipzig
  • 1950-1982 Mitherausgeber der "Mitteldeutschen Forschungen"
  • 1953 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
  • 1953-1954 Lehrauftrag für Germanistik und Volkskunde an der Universität Gießen
  • 1953-1956 Lehrauftrag für Niederländische Philologie an der Universität Köln
  • 1953-1980 Mitglied der Hessischen historischen Kommission zu Darmstadt
  • 1953-1980 Mitglied der Historischen Kommission für Hessen zu Marburg
  • 1953-1980 Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin
  • 1953-1980 Vorsitzender der Vereinigung der Professoren, Dozenten und Lektoren der Niederlandistik
  • 1953-1985 Mitherausgeber der "Beiträge zur Deutschen Philologie"
  • 1955 Verwaltung des Lehrstuhls für Germanistik und Volkskunde an der Universität Gießen
  • 1956-1973 Leiter des Forschungsinstituts für Deutsche Sprache "Deutschen Sprachatlasses" an der Philipps-Universität Marburg
  • Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz erster Klasse
  • Herausgeber bzw. Mitherausgeber zahlreicher germanistischer, niederlandistischer und volkskundlicher Publikationsreihen (u.a. den "Deutschen Wortatlas", die "Mitteldeutschen Forschungen", die "(Gießener) Beiträge zur deutschen Philologie", die "Zeitschrift für Mundartforschung", die "Deutsche Dialektgeographie" sowie die "Germanistische Linguistik")
  • Mitglied in weiteren zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen (u.a. in der Hessischen Vereinigung für Volkskunde, der Internationalen Vereenigung van Nederlandisten sowie der Societas Linguarum Europaeae)

Biographische, autobiographische Literatur

  • Walther, Hans, Erinnerungen an Ludwig Erich Schmitts Leipziger Jahre, in: Namenkundliche Informationen (1994), H. 65/66, S. 95-101.
  • Jäger, Ludwig, Seitenwechsel. Der Fall Schneider/Schwerte und die Diskretion der Germanistik, München 1998 (v.a. S. 169-180).
  • Art.: Ludwig Erich Schmitt, in: Utz Maas, Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933-1945, 2 Bde., Tübingen 2010, S. 715-721.
  • von Polenz, Peter/Munske, Horst Haider, Ludwig Erich Schmitt. Eine wissenschaftsbiographische Skizze, in: Horst Haider Munske/Peter von Polenz (Hrsg.), Deutscher Wortschatz: Lexikologische Studien. Ludwig Erich Schmitt zum 80. Geburtstag von seinen Marburger Schülern, Berlin/New York 1988, S. XI-XIX.
  • Lux, Anna, Die Leipziger Germanistik von der Novemberrevolution bis zur frühen DDR im Vergleich mit den Germanistischen Instituten in Berlin und Jena, Diss. masch., Leipzig 2011 (v.a. S. 150-167).
  • Tabula Vitae Ludwig Erich Schmitt sowie Verzeichnis seiner Schriften und Herausgebertätigkeit, in: Elisabeth Feldbusch (Hrsg.), Ergebnisse und Aufgaben der Germanistik am Ende des 20. Jahrhunderts. Festschrift für Ludwig Erich Schmitt zum 80. Geburtstag, dargebracht von seinen Schülern und Freunden, Hildesheim/Zürich/New York 1989, S. 491-496 bzw. S. 497-504.
  • Art.: Ludwig Erich Schmitt, in: Wilfried Kürschner (Hrsg.), Linguisten-Handbuch. Biographische und bibliographische Daten deutschsprachiger Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler der Gegenwart, Bd. 2, Tübingen 1994, S. 838-840.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

UAL, PA 940; Internationales Germanistenlexikon.

Empfohlene Zitierweise:
Art:Ludwig Erich August Schmitt
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Schmitt_2515
Datum: 16.11.2018


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