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Prof. Dr. phil. et theol. Lobegott Friedrich Constantin Tischendorf

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, FS_N00395-05

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, FS_N00395-05

geb. 18.01.1815 in Lengenfeld
gest. 07.12.1874 in Leipzig
Konfession: evangelisch-lutherisch
PND: 118622900

Lebenslauf

Studium

  • 1834-1838 Studium: Theologie und Philologie in Leipzig

Qualifikation

  • 1838 Promotion zum Dr. phil. in Philologie an der Universität Leipzig
  • 1840 Habilitation für Theologie an der Universität Leipzig
    Titel der Arbeit: De recensionibus, quas dicunt textus Novi Testamenti ratione potissimum habita Scholzii

Akademische Karriere

  • 1840-1845 PD für Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1845-1851 aoProf für Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1851-1859 oHonProf für Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1859-1874 oProf für Theologie und Biblische Paläographie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig

Publikationen (Auswahl)

  • Novum Testamentum graece. Ad antiquos testes recensuit lectionesque variantes elzeviriorum Stephani Griebachii notavit, Paris 1842.
  • Codex Ephraemi Syri rescriptus sive fragmenta utriusque Testamenti e codice Graeco Parisiensi celeberrimo quinti ut videtur post Christum seculi, Leipzig 1843-1845.
  • Codex Friderico-Augustanus sive fragmenta veteris testamenti. E codice Graeco omnium qui in Europa supersunt facile antiquissimo in Oriente detexit, in patriam attulit, Leipzig 1846.
  • Monumenta sacra inedita sive reliquiae antiquissimae textus Novi testamenti Graeci. Ex novum plus mille annorum codicibus per Europam dispersis, Leipzig 1846.
  • (Hrsg.) Apocalypses apocryphae Mosis, Esdrae, Pauli, Iohannis item Mariae dormitio. Additis Evangeliorum et actuum Apocryphorum supplementis, Leipzig 1866.
  • Wann wurden unsere Evangelien verfasst?, Leipzig 1866.
  • Reise in den Orient, 2 Bde., Leipzig 1846.

Weitere Informationen

  • er trug durch Entdeckungen und Editionen biblischer Handschriften zur Erarbeitung eines wissenschaftlich abgesicherten Bibeltextes bei, er formulierte die textkritischen Grundsätze neu und leistete einen Beitrag zur Erforschung der Septuaginta und der Apokryphen; er war Verfasser und Herausgeber äußerst zahlreicher Werke, die erwähnte Bibliographie umfasst 139 Seiten
  • 1836 und 1838 erhielt er von der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig Preise für im Studium angefertigte Schriften; 1840-1844 Studienreisen nach Frankreich, England, Italien, in die Niederlande und in den Nahen Osten um Handschriften verschiedener Art zu vergleichen, abzuschreibeun und ggf. zu erwerben; danach weiterhin zahlreiche Forschungsreisen, u. a. nach Rußland, Zürich, Oxford und auf den Sinai, wo er 1844 und 1859 im Katharinenkloster den später danach benannten Codex Sinaiticus aufspürte
  • 1838-1839 Lehrer an der Erziehungsanstalt des Pastors Zehme in Großstädteln bei Leipzig, 1840 machte er das Licentiatenexamen in Leipzig
  • 1843 von der Breslauer Theologischen Fakultät zum Dr. theol. ernannt, 1865 von der Universität Cambridge zum Dr. of Law und von der Universität Oxford zum Dr. of Civil Law ernannt
  • 1867 Königlich Sächsischer Geheimer Hofrath; 1869 in den erblichen russischen Adelsstand erhoben; Träger äußerst zahlreicher Orden und Inhaber verschiedenster Medaillen

Biographische, autobiographische Literatur

  • Bolbeding, Joh. Ernst, Constantin Tischendorf in seiner 25jährigen Wirksamkeit, Leipzig 1862.
  • Am Sarge und Grabe des Dr. th. Constantin von Tischendorf, gestorben am 7., bestattet am 10. Dec. 1874. Fünf Reden und Ansprachen, nebst einem Rückblick auf das Leben und einem Verzeichniss sämmtlicher Druckwerke des Verstorbenen, Leipzig 1875.
  • Schneller, Ludwig, Tischendorf-Erinnerungen. Die abenteuerliche Entdeckung des "Codex Sinaiticus", Lahr-Dinglingen 1991.
  • Kühnel, Karsten, Das philologische Erbe Konstantin von Tischendorfs (1815-1874). Zu seinem 125. Todestag, in: Mitteilungen des Vereins für Vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde, Bd. 7(50.), Plauen 2000, S. 49-60.
  • Schlisske, Otto, Der Schatz im Wüstenkloster. Die abenteuerliche Entdeckung der ältesten Bibelhandschrift durch Constantin von Tischendorf, Stuttgart 1953.
  • Böttrich, Christfried, Bibliographie Konstantin von Tischendorf (1815 - 1874), Leipzig 1999.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

DBA I, Fiche 1275, 218-224; DBA II, Fiche 1310, 291-309; ADB, Bd. 38, 1894, S. 371-373; DBE, Bd. 10, 2008, S. 52.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Lobegott Friedrich Constantin Tischendorf
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Tischendorf_1020
Datum: 30.03.2017


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