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Ausgabe 1/2017 Modern Refugees as Challengers of Nation-State Sovereignty. Drucken E-Mail

Ausgabe 1/2017 Modern Refugees as Challengers of Nation-State Sovereignty. From the Historical to the Contemporary

Herausgegeben von Gilad Ben-Nun und Frank Caestecker

 

Aufsätze

 

Gilad Ben-Nun / Frank Caestecker: Modern Refugees as Challengers of Nation-State Sovereignty: From the Historical to the Contemporary, S. 7

 

Elizabeth White: The Legal Status of Russian Refugees, 1921–1936, S. 18

Dieser Aufsatz untersucht die rechtlichen Lösungen, die die High Commission for Refugees in der Zwischenkriegszeit für den Verbleib von Hundertausenden von Flüchtlingen, die aus dem früheren Russischen und dem Osmanischen Reich nach Europa gekommen waren. Diese Flüchtlinge galten als Staatenlose in einer Welt, in der Rechte davon abhingen, dass ein Staat Individuen schützt. Russische Flüchtlingsanwälte und Rechtsexperten beteiligten sich in dieser Phase an einer juristischen Definition der Kategorie Flüchtling und versuchten ihm Rechte wie das der freien Bewegung, des Verbotes der Reziprozität von Vertreibung und das Recht auf Arbeit zu sichern. Sie überzeugten europäische Staaten Grenzen ihrer staatlichen Souveränität zu akzeptieren, so dass Staaten in den 1920er und 1 930er Jahren ihr Einverständnis zu  Arrangements und Konventionen gaben, die einen speziellen Schutz für Flüchtlinge in ihrer Gesetzgebung vorsahen. Damit wurden die Grundlagen für den Rechtsschutz der Flüchtlinge im 20. Jahrhundert geschaffen.

 

Frank Caestecker: How the Refugees Crisis from Nazi Germany got (partly) solved through International Concertation, S. 39

Dieser Überblick zum historischen Forschungsstand beschreibt die Dynamiken der Flüchtlingspolitik während der Krise, die die Verfolgungen und Vertreibungen in Nazi-Deutschland auslöste. Die Historiographie zu diesem Gegenstand ist noch immer stark von nationalen Perspektiven geprägt, wobei jedes Land seine eigenen Narrative und Analysen produziert. Eine vergleichende Studie durch Experten nationaler Fälle at die Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Politiken verschiedener Staaten herausgearbeitet und gleichzeitig gezeigt, dass diese sich in starkem Maße an den Entscheidungen ihrer Nachbarn ausgerichtet  haben. Der Artikel liefert eine Synthese dieser Untersuchung, integriert neue Forschungsresultate und bewertet die Verdienste des internationalen Flüchtlingsregimes dieser Zeit neu, das bislang nur ungenügende Aufmerksamkeit in der historischen Forschung gefunden hat.

 

Gilad Ben-Nun: Non-Refoulement as a Qualifier of Nation-State Sovereignty: The Case of Mass Population Flows, S. 60

Dieser Aufsatz prüft, ob das Rückführungsverbot, das Staaten daran hindert Asylsuchende an die Plätze zurückzuführen, an denen ihr Leben oder ihre Freiheit in Gefahr sind, auch dafür gedacht war Anwendung in Fällen von Massenflucht aus Konfliktgebieten zu finden, wie dies aktuell in Syrien oder im Südsudan der Fall ist. Durch eine detaillierte Prüfung der vorbereitenden Studien und Verhandlungen zur Flüchtlingskonvention aus dem Jahr 1951 sowie weiterer Archivmaterialien wird belegt, dass –  entgegen der unzutreffenden Interpretation des US-Supreme Court –  Nichtrückführung für ausnahmslos alle Fälle vorgesehen war, einschließlich solcher Massenbewegungen. Im Folgenden wird untersucht, warum der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Rückführungsverbot im Unterschied zum US-Gericht korrekt deuten konnte. Hieran schließen sich methodologische Betrachtungen an, welche Regeln bei der Benutzung historisch-juristischen Materials und von Verträgen aus der Vergangenheit anzuwenden sind.

 

Irial Glynn: A Gradual Relinquishment of National Sovereignty? A Comparative Analysis of Europe’s Response to Boat Migrants in Search of Asylum, S.77

Die zentrale Forschungsfrage dieses Aufsatzes ist, warum Europäische Staaten im Unterschied zu Staaten in Südostasien, den USA, und Australien die Festlegungen zum Rückführungsverbot aus der Flüchtlingskonvention fortzusetzen versuchten, als Botsflüchtlinge in den 200er Jahren Zuflucht in ihren Territorien suchten. Zunächst gebe ich einen Überblick, wie Staaten in anderen Weltregionen auf Bootsflüchtlinge, die nach Asyl suchten, seit den 1970er Jahren geantwortet haben und betone ihre Nichtbeachtung der Flüchtlingskonvention. Danach wende ich mich Europa zu und zeige, dass es eine ähnliche Reaktion in den 1990er Jahren gegeben hat. Dies veränderte sich jedoch nach 2000. Dieser Entwicklung widmet sich der übrige Aufsatz, wobei ich den wachsenden Einfluss des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (ECtHR) betone. Da Italien eine besonders große Zahl solcher Asylsuchender Bootsflüchtlinge aufgenommen hat, wird es besonders prominent behandelt. 

 

Literaturbericht

Ulf Engel / Matthias Middell /David Simo / Katja Werthmann: Africa in the Globalizing World – A Research Agenda, S. 97

 

Buchbesprechungen

 

Felicitas Hillmann: Migration. Eine Einführung aus sozialgeographischer Perspektive (= Sozialgeographie kompakt, Bd. 4), Stuttgart 2016 

by Ulrich van der Heyden, S. 111

 

Olaf Stieglitz / Jürgen Martschukat (Hrsg.): race & sex. Eine Geschichte der Neuzeit. 49 Schlüsseltexte aus vier Jahrhunderten neu gelesen, Berlin 2016

by Maria Bühner, S. 113

 

Bekim Agai / Mehdi Sajid Umar Ryad (eds.): Muslims in Interwar Europe. A Trans-cultural Historical Perspective, Leiden 2015
Götz Nordbruch / Mehdi Sajid Umar Ryad (eds.): Transnational Islam in Interwar Europe. Muslim Activists and Thinkers, New York 2014

by Wolfgang G. Schwanitz, S. 117

 

Patrick Chabal / Toby Green (eds.): Guinea-Bissau. Micro-State to ‘Narco-State’, London 2016

by Jens Herpolsheimer, S.121

 

Autorinnen und Autoren

S. 124

Letzte Aktualisierung ( Friday, 24. November 2017 )
 

Aktuelle Ausgabe

Comparativ 27 (2017),1

Modern Refugees as Challengers of Nation-State Sovereignty. From the Historical to the Contemporary Leipziger

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