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Projektgruppe: Transnationale Zeitgeschichte Ostmitteleuropas

Dr. Katja Naumann

Ostmitteleuropäische Staaten und ihre Vertretung im System der internationalen Organisationen

TZ Naumann

© Katja Naumann

Kurzbeschreibung

Internationale Organisationen sind lange Zeit als Bühnen der Verhandlung zwischen souveränen Nationalstaaten und ihrem Wettstreit betrachtet worden. Aus einer transnationalen Perspektive werden sie dagegen als Räume grenzüberschreitenden Handelns erkennbar. Höchst vielfältige Kooperationen und Austauschprozesse jenseits nationaler Grenzen oder geopolitischer Blöcke fanden in ihnen statt, u.a. nutzen sie Expertennetzwerke als Infrastruktur bzw. entstand in ihnen mit der Zeit eine internationale Beamtenschaft. Damit stellen diese Institutionen Knotenpunkte des grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungstransfers sowie zentrale Orte des Umgangs mit Verflechtung dar. In dieser Perspektive wird in dem Projekt die Vertretung Polens, Ungarns und der Tschechoslowakei im System der Internationalen Organisationen des 20. Jahrhunderts analysiert, mit Fokus auf den Völkerbund sowie das UN-System. Die Studie fragt danach, wie und durch wen in der Region Internationalisierung betrieben wurde, in der Phase der Auflösung der Imperien (1917ff.) sowie in einer Zeit der Regionalisierung (Blockbildung nach 1945). Sie zielt damit auf ein Verständnis der Akteure der Außenbeziehungen in Ostmitteleuropa und ihrer Position im globalen Gefüge.