Bl_bellum_commercia_artes.png

Projektgruppe: bellum, commercia et artes

Dr. Joanna Kodzik

"Decorum Belli" Die Performanz des Sieges im Zeichensystem des Zeremoniells im Ostseeraum im 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts

BCA Kodzik

Feuerwerk zu Ehren der Ankunft Königs Johann III. Sobieski und seiner Gemahlin Maria Kazimiera

 

Kurzbeschreibung

Militärische Erfolge im Zeitalter der Nordischen Kriege waren nicht nur ein Ergebnis strategischen, physischen Kampfes, sondern ebenfalls diplomatischer Verhandlungen sowie zeremonieller Demonstration und Konstruktion des Habitus eines Siegers. Kriegerische Eroberungen fanden ihren ästhetischen aber auch performativen Ausdruck in prunkvoll gestaltetem zeremoniellen Raum, sei es durch Ehrenbauten, Schlösser, Ehrenpforten oder Triumphbögen und förderten somit Aufschwung der Künste und der Wirtschaft. Die Funktion dieses Raumes und die in diesem Rahmen ausgeführten symbolischen Handlungen stehen im Fokus dieses Projektes. Da militärische Siege zum gesamten Prozess der Herrschaftslegitimation gehörten, wird die visuelle Strategie der representatio majestatis in Bezug auf die komplexe Konstruktion von Macht betrachtet. Die künstlerische Darstellung, die aus dem Einfluss der Nordischen Kriege hervorging und wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführte, war in dem Sinne ein unentbehrlicher Teil der Konstruktion und Demonstration der politischen und gesellschaftlichen Ansprüche der am Theatrum belli beteiligten Herrscher. Besondere Aufmerksamkeit wird hier den zeremoniellen Handlungen im Bereich der schwedischen, russischen und polnischen Diplomatie im Ostseeraum vor allem Empfängen von Gesandten mit den üblichen räumlichen und sozialen Distanzbestimmungen, sowie Triumpheinzügen, Einweihungen von Festungen, Einholungen von Siegeszeichen sowie dem Zeremoniell der Sammel- und Paradeplätze aber auch dem zeremoniellen Ringen während der Friedenskongresse geschenkt.