Bl_EuropaJagellonica.png

Transferleistungen in die Öffentlichkeit:

"EUROPA JAGELLONICA"

Leitung: Prof. Dr. Stefan Troebst (GWZO)
Finanzierung: Anschubfinanzierung DFG / BMBF
Laufzeit: 2007–2010

Kuratoren der Ausstellung: PD Dr. Jiří Fajt (GWZO), Dr. Susanne Jaeger (GWZO)
Herausgeber Publikation: PD Dr. Jiří Fajt (GWZO), Redaktion. Dr. Markus Hirsch (GWZO)

 

AJAG_Jaeger

Statuettenreliquiar des hl. Bartholomäus, Detail, um 1520,
Bautzen, Domschatzkammer St. Petri
 

Kurzbeschreibung

Die Herrschaftsgebiete der litauisch-polnischen Dynastie der Jagiellonen umfassten zurzeit ihrer größten Ausdehnung um 1500 neben Litauen und Polen, Teilen des heutigen Weißrusslands und der Ukraine insbesondere Böhmen und Ungarn mit ihren zugehörigen Ländern. Das Territurium reichte von Baltikum bis zur Adria, von den Lausitzen bis zum Schwarzen Meer. Die Erforschung der europäischen Dimension diser Dynastie erfordert eine wissenschaftliche Herangehensweise jenseits nationaler Grenzen. Die kluge Heiratspolitik der Jagiellonen führte europaweit zu verwandtschaftlichen Beziehungen u. a. zu den Herrscherhäusern des Heiligen Römischen Reiches insb. Österreichs und Bayerns, Frankens, Sachsens und Brandenburgs. Damals wurde die jagiellonische Epoche zu einer Zeit höchster künstlerischer und kultureller Blüte und intensiven Austausches.
Die Grundlage für die Ausstellung und Publikation bildet das interdisziplinäre und internationale Forschungsprojekt "Die Bedeutung der Jagiellonen in der Kunst und Kultur Mitteleuropas 1454–1572", das 2000–2005 vom GWZO mit Förderung der DFG durchgeführt wurde. An diesem arbeiteten mehr als 60 Fachwissenschaftler aus ganz Europa und den USA zusammen.

Ausstellungsprojekt

Europa Jagellonica. Kunst und Kultur Mitteleuropas unter der Herrschaft der Jagiellonen 1386–1572

Leitender Kurator: PD Dr. Jiří Fajt(GWZO)
Koordination: Dr. Susanne Jaeger(GWZO)
Finanzierung des Konzeptes: DFG (Anschubfinanzierung f. Vorbereitung) 2007 – April 2011 / BMBF (Koordination) April 2011 –  Juni 2013
Finanzierung der Realisierung: Programm "Culture 2007–2013" der EU/ Finanzministerium der Tschechischen Republik/ Kulturministerium der Tschechischen Republik/ Kreis Mittelböhmen/ Ministerium der Kultur und des Nationalen Erbes,  Republik Polen/ PKO Bank Polski /  Kulturstiftung der Länder/  Land Brandenburg/ Investitionsbank des Landes Brandenburg/ Visegrad Fund/  Ernst von Siemens Kunststiftung / Rudolf-August Oetger-Stiftung/ Verein Freunde  des HBPG

Die Ausstellung steht unter der  Schirmherrschaft des Außenministers der Republik Tschechien, Karol Schwarzenberg, des Außenministers der Republik Polen, Radosław Sikorksi und des Ministers des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland, Guido Westerwelle.

Ausstellungsorte

19. Mai 2012–30. September 2012
GASK – Galerie Středočeského kraje | Mittelböhmische Galerie Kuttenberg
Bericht über die Ausstellungseröffnung in Kutná Hora/Kuttenberg gwzo-pfeil

10. November 2012–27. Januar 2013
Zamek Królewski w Warszawie | Königliches Schloss Warschau
Museum Narodowe w Warzawie | Nationalmuseum Warschau

1. März 2013–16. Juni 2013
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam

Die Ausstellung präsentiert die Kunst- und Kultur Mitteleuropas in transnationaler Perspektive in ihren historischen politischen und wirtschaftlichen Kontexten. Der Fokus liegt auf der Zeit um 1500, als die großen gesellschaftlichen und religiösen Umbrüche der beginnenden Neuzeit, Humanismus und Reformation, bereits begonnen hatten oder kurz bevor standen. Damals entwickelte sich im kulturell wie wirtschaftlich vernetzten Mitteleuropa eine einzigartige künstlerische Blüte – gefördert durch Adel und hohe kirchliche Würdenträger, Städte und Klöster. Die Grundlagen hierfür legte das damals mächtigste Herrscherhaus Mitteleuropas - die Jagiellonen. Ca. 200 Schlüsselwerke der europäischen Kunstgeschichte aus allen Gattungen und allen Herrschaftsgebieten der Jagiellonen werden im Spannungsfeld von Funktion, Künstlern und Auftraggebern präsentiert.

Die Ausstellung wurde an drei Stationen von unseren Partnern in Kuttenberg, Warschau und Potsdam veranstaltet. An jeder Station war die regionale mit der gesamteuropäischen Geschichte in speziellen thematischen Schwerpunkten verknüpft.

  • In Kuttenberg, das zu einem der wichtigsten Zentren der Silberbergbaus Mitteleuropas gehörte, ist dies der Silberbergbau und seine Auswirkungen auf die Künste um 1500. Die Ausstellung versammelte auf ca. 2000 m2 etwa 340 Objekte aus ganz Europa und wurde hier um authentische Schauplätze der spätmittelalterlichen Stadt mit ihren original erhaltenen Bauwerken, Kirchen und Museen ergänzt. Darüber hinaus wurden an über 50 Orten in der Tschechischen Republik begleitende Ausstellungen und Veranstaltungen durchgeführt. Die Ausstellung war mit rund 60.000 Besuchern die erfolgreichste tschechische Ausstellung des Jahres 2012.
  • In Warschau fand die Ausstellung an zwei Standorten statt. Das Königliche Schloss zeigte mit ca. 95 Objekten die Dynastie der Jagiellonen, ihre Herrscherpersönlichkeiten, die Heiratspolitik, das Zeremoniell, ihre Hofkunst und Repräsentation sowie persönliche Pietas. Das Nationalmuseum präsentierte mit ca. 150 Kunstwerken die Künste Mitteleuropas und den kulturellen Austausch in den Bereichen Handel, Universitäten, Humanismus und Musik sowie den Künsten. Die Warschauer Station verzeichnete rund 27.000 Besucher.
  • Die Potsdamer Station präsentiert etwa 95 ausgewählte Kunstwerke und hat ihren Schwerpunkt auf  die  Heiratspolitik der Jagiellonen mit den Fürstenhäusern des Heiligen Römischen Reiches und insbesondere auf die Verbindungen mit den Hohenzollern und deren Auswirkungen gesetzt.

mehr Informationen gwzo-pfeil

more information gwzo-pfeil

více informací gwzo-pfeil

Begleitende Publikation

Europa Jagellonica (1386-1572) - Kunst und Kultur Mitteleuropas unter der Herrschaft der Jagiellonen

Herausgeber: PD Dr. Jiří Fajt(GWZO)
Redaktion: Dr. Markus Hörsch(GWZO), Dr. des. Maritta Iseler (Berlin)

Das Publikationsprojekt "Europa Jagellonica" hat sich zum Ziel gesetzt, erstmals eine übergreifende und zusammenfassende Darstellung dieser jagiellonischen Epoche zu liefern und die Ausstellung zu resümieren. Im Zentrum steht die Synthese grundlegender Werke der Kunst und Architektur der Zeit der Jagiellonen. Entstehen wird ein Standardwerk mit interdisziplinärem Ansatz, das die intensiven historischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Verflechtungen nachvollziehbar macht, an denen Auftraggeber aus Königshaus, Aristokratie, Bürgertum und Klerus sowie auch die für sie tätigen Künstler beteiligt waren. Zugleich werden die kulturellen Austauschprozesse mit den angrenzenden Regionen dargestellt. Der Band enthält zahlreiche Aufsätze von internationalen Wissenschaftlern (Historiker, Kunst-, Literatur-, Musik- und Wissenschaftshistoriker) und Artikel zu etwa 400 Kunstwerken.