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Projektgruppe: Donau

Dr. Orsolya Heinrich-Tamáska

Transformation früher Zentren im mittleren Donaugebiet von der Spätantike bis zur Karolingerzeit

D_Heinrich_Tamaska Die Donauprovinzen
auf der Tabula Peutingeriana, einer spätrömischen Karte vermutlich aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, die in einer mittelalterlichen Kopie überliefert ist.

Kurzbeschreibung

Nach der Auflösung der spätrömischen Militärstrukturen - die als Folge der Aufgabe von Provinzen verstanden wird - veränderten sich die einstigen Bestandteile der spätantiken Infrastruktur (Städte, Grenz- und Verteidigungsbauten, Straßen) über die Jahrhunderte auf unterschiedliche Weise. Seit Langem wird dieses Phänomen für die Donauprovinzen unter dem Begriffspaar Kontinuität kontra Diskontinuität erforscht. Im Rahmen des Teilprojektes wird dem Raum der pannonischen Provinzen besondere Aufmerksamkeit geschenkt, um am Beispiel ausgewählter Zentralorte wie Sirmium, Poetovio, Sopianae, Keszthely-Fenékpuszta, Arrabona und Carnuntum die Entwicklung vom 4. bis zum 9. Jahrhundert zu rekonstruieren. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die vergleichende Analyse der archäologischen Befund- und Fundlage unter umwelt-, siedlungs-, wirtschafts- und baugeschichtlichen Aspekten einerseits und die Bewertung des sozialen, ethnischen und religiösen Wandels andererseits. Neben der Frage nach dem Fortbestehen und der Neuadaption paganer Kulte gilt dem frühen Christentum als Kontinuitätsträger besonderes Interesse. Unter diesem Aspekt werden die frühen Kirchenbauten im Voralpen- und im Balkanraum ebenso in die Betrachtung einbezogen wie deren Siedlungsmodell, das eine abweichendere Entwicklung zeigt als die Orte entlang der Donau und im Inneren Pannoniens.