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Ausstellungen mit wissenschaftlicher Begleitung des GWZO

 

16 Grody Czerwienskie Schätze der Červenischen Burgen

Aussteller: Nationalmuseum in Krakau

Kurator: Prof. Dr. Mirosław P. Kruk (Nationalmuseum Krakau)

Kooperationspartner GWZO
Wissenschaftliche Begleitung durch Dr. habil. Marcin Wołoszym (GWZO), Anna Bochnak (Nationalmuseum Krakau) und Iwona Florkiewicz (Universität Rzeszów)

Ausstellungszeit und -ort:

  • 7.12.2016–28.2.2017 | Nationalmuseum in Krakau

In das Konzept der Ausstellung flossen Ergebnisse der Forschungen der Projektgruppe Elbmarken, Polen und Böhmen vom 10. bis ins 12. Jahrhundert ein.

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In den Jahren 2014 und 2015 wurden auf dem Gebiet der Červenischen Burgen sensationelle Funde gemacht, die derzeit im Nationalmuseum in Krakau gezeigt werden. Gleichzeitig werden dort die Ergebnisse der neusten internationalen Forschungen zu dieser Region präsentiert.
Die Červenischen Burgen sind ein Gebiet im östlichen Polen, welches im Mittelalter die Grenze zwischen dem Polen der Piasten und der Rus der Rurikiden darstellte. Seit einigen Jahren sind sie Gegenstand von Forschungen, die von einem Team durchgeführt werden, zu dem mehr als 60 Wissenschaftler aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Serbien und der Ukraine gehören. Ihre Arbeit wird aus Mitteln der polnischen und deutschen Wissenschaftsförderung finanziert.
Die in Krakau gezeigten Hortfunde bestehen aus Silberschmuckstücken, die zu den besten und faszinierendsten Beispielen mittelalterlicher Edelmetallverarbeitung gehören, die im Gebiet des heutigen Polen gefunden wurden.
Sie bestehen aus zwei Hortfunden aus Perespa, die ins 10.–11. Jahrhundert datieren, sowie einem aus Czermno, der aus dem 12.–13. Jahrhundert stammt. Die älteren Fundstücke aus Perespa weisen Analogien nach Osteuropa, in das Gebiet der Kiewer Rusʼ, ebenso aber auch in das Gebiet Ungarns, Tschechiens sowie Kleinpolens und Großpolens auf. Die Schmuckstücke beider Horte zeigen, dass die sozialen Eliten der Region der Červenischen Burgen Verbindungen sowohl nach Osten, zu den Rurikiden, als auch nach Westen, zu den Arpaden, den Piasten und den Přemysliden, suchten. Die Schmuckstücke aus Czermno wurden im Befestigungswall im Grab eines enthaupteten Kriegers gefunden. In unmittelbarer Nähe zu diesem Skelett fanden sich die Überreste eines nur wenige Jahre alten Kindes. Starben diese Menschen während der Kriegszüge der Mongolen in der Mitte des 13. Jh.? Diese Frage wird Archäologen sicher noch mehrere Jahre beschäftigen.
Die Ausstellung ist die Fortsetzung einer ersten Präsentation der Funde aus der Burg Czermno im Nationalmuseum Krakau aus dem Jahr 2013. Der Reichtum und die Vielfalt der gezeigten Fundstücke verdeutlichen die intensiven Beziehungen zwischen den Červenischen Burgen und den Zentren östlicher und westlicher Kunst, die entlang der bekannten Handelsroute verliefen, die Kiev mit Krakau, Prag und Regensburg verband.
Die Hortfunde wurden im Rahmen einer polnisch-deutschen Kooperation gereinigt und restauriert. 


Ausstellung Czerwien 16 Czerwień – gród między Wschodem a Zachodem [Czerwień – eine Burg zwischen Ost und West]

Aussteller: Muzeum Regionalne w Tomaszowie Lubelskim

Kooperationspartner GWZO
Wissenschaftliche Begleitung durch Dr. habil. Marcin Wołoszym (GWZO)

Ausstellungszeiten und -orte:

  • 28.11.2012–31.03.2013 | Muzeum Regionalne w Tomaszowie Lubelskim [Museum für Regionalgeschichte in Tomaszów Lubelski]
  • 5.4.2013–31.8.2013 | Muzeum Narodowe w Krakowie [Nationalmuseum Krakau]  mehr ...
  • 14.2. 2014–13.4.2014 | Muzeum Okręgowe w Sieradzu [Landesmuseum in Sieradz]
  • 16.5.2014–15.8.2014 | Muzeum Regionalne w Krasnymstawie [Museum für Regionalgeschichte in Krasnystaw]  mehr ...
  • 30.9.2015–31.12.2015 | Muzeum Ziemi Chełskiej im. Wiktora Ambroziewicza w Chełmie [Museum für Regionalgeschichte in Cholm]
  • 28.1.2016–3.4.2016 | Muzeum im. St. Staszica w Hrubieszowie [Regionalmuseum „Stanisław Staszic“ in Hrubieszów]
  • 3.7.2017–3.9.2017. | Muzeum Okręgowe w Tarnowie [Regionalmuseum Tarnów]

Seit 2008 gehören die so genannten Červenischen Burgen im östlichen Polen, die im Mittelalter von den polnischen Piasten und den altrussischen Rjurikiden [oder: den Herrschern der Kiewer Rus] gleichermaßen beansprucht wurden, zu den Forschungsgebieten des GWZO (BMBF, Mittelalterliche Grenzregionen im Vergleich). Zu den wichtigsten Zentren dieses Grenzgebietes gehörten vom 10. bis zum 14. Jahrhundert die Burgen in den heutigen Dörfern Czermno (altrussisch Červen') und Gródek am Bug (altrussich Volyn').
Die archäologische Prospektionen, die 2010 und 2011 von Prof. Andrzej Kokowski und Marcin Piotrowski (Universität Lublin) auf dem Gebiet von Czermno durchgeführt wurden, haben zu sensationellen Entdeckungen geführt: Zwei prachtvolle Schatzfunde aus dem 13./14. Jahrhundert, zahlreiche Devotionalien, Bleisiegel und vor allem Plomben zur Sicherung von Handelsgütern (Dorohičin-Plomben) beweisen, dass es sich bei diesen Befestigungen nicht um kleine Wachtburgen, sondern um überaus bedeutende Zentren des 10. bis13. Jahrhundert gehandelt hat. Eines dieser Zentren wird in der am 28. November 2012 in Tomaszów Lubelski eröffneten Ausstellung "Červen' – eine Burg zwischen Ost und West" der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese museale Darstellung wurde von Dr. Janusz Peter vom Regionalmuseum in Tomaszów Lubelski in Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Universität Lublin, dem Archäologischen Institut der Universität Rzeszów und dem GWZO organisiert. Sie wird durch einen Katalog begleitet, in dem die wichtigsten Ergebnisse der bisherigen Forschungen zur Burganlage in Czermno dargestellt werden. Er ist durchgängig viersprachig (polnisch, deutsch, italienisch und ukrainisch). Die Ausstellung wurde in Tomaszów Lubelski (November 2012 bis März 2013) und Krakau (März bis August 2013) gezeigt. Für 2014-2016 ist geplant, sie in Deutschland, Italien und auf der Ukraine zu präsentieren.

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Ausstellung Leipzig 1015 15 1015. Leipzig von Anfang an. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum

Veranstalter: Stadtgeschichtliches Museum in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch
Prof. Dr. Matthias Hardt (GWZO), Dr. Christian Zschieschang (GWZO) und Mirko Oehlert, M. A.  (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:


Ausstellung Ottoman Orient Ottomania. Osmański Orient w sztuce renesansu. The Ottoman Orient in Renaissance Art

Kuratoren: Michał Dziewulski (Muzeum Narodowe Kraków), Dr. Robert Born (GWZO), Dr. Guido Messling (Kunsthistorisches Museum in Wien). In das Konzept der Ausstellung flossen Ergebnisse der Forschungen der Projektgruppe „Osmanischer Orient und Ostmitteleuropa“ am GWZO ein.

Ausstellungszeit und -ort:


Ausstellung Fantastische II Fantastische Welten. Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500

Veranstalter: Projekt des Städel Museums, der Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt am Main und des Kunsthistorischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit der GWZO-Stabstelle Ausstellungen

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch
Dr. Susanne Jaeger (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:


Ausstellung Ottoman Orient The Sultan’s World. The Ottoman Orient in Renaissance Art

Kurator: Dr. Robert Born (GWZO) gemeinsam mit Dr. Guido Messling, (Kunsthistorisches Museum in Wien) und Co-Kurator Michał Dziewulski (Muzeum Narodowe Kraków). In das Konzept der Ausstellung flossen Ergebnisse der Forschungen der Projektgruppe „Osmanischer Orient und Ostmitteleuropa“ am GWZO ein.

Ausstellungszeit und -ort:


Ausstellung Fantastische We Fantastische Welten. Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500

Veranstalter: Projekt des Städel Museums, der Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt am Main und des Kunsthistorischen Museums Wien in Zusammenarbeit mit der GWZO-Stabstelle Ausstellungen

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch
Dr. Susanne Jaeger (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:


Ausstellung Festung KF Die spätrömische Festung von Keszthely-Fenékpuszta - Die Geschichte eines halben Jahrtausends am Balaton

Veranstalter: GWZO in Zusammenarbeit mit dem Balatoni Múzeum Keszthely sowie dem Laczkó Dezsö Múzeum Veszprém

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch
Dr. Orsolya Heinrich-Tamáska (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:

  • 15.11.2013–9.2.2014 | Museul Judeţean Mureş/Maros Megyei Múzeum/Mures County Museum


Ausstellung Armenien Far away from Mount Ararat – Armenian Culture in the Carpathian Basin

Aussteller: Historisches Museum Budapest, Széchényi-Nationalbibliothek und GWZO.

Ausstellungszeit und -ort:
  • 5.4.2013–5.9.2013 | Budapesti Történeti Múzeum [Historisches Museum Budapest]

 

Die Ausstellung "Far away from Mount Ararat - Armenian Culture in the Carpathian-basin" thematisierte die Armenische kulturelle Erbe im historischen Ungarn und in Ungarn im 20. Jahrhundert. Die folgende Themen wurden gezeigt und presäntiert: die Armenische Ansiedlungsorte Siebenbürgens, die Armenische-Katholische Kirche in Siebenbürgen, die Armenische Bibliotheken Siebenbürgens, die Politier mit Armenischer Abstammung im Ungarischen Landesversammlung und die Integration der Armenischen Flüchtlingen in Ungarn nach dem Armenischen Völkermord.

Die Ausstellung fand vom 05. April bis zum 15. September 2013 im Schlossmuseum in Budapest statt. Das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) gehört zu den Mitorganisatoren dieser Ausstellung neben der ungarischen Nationalbibliothek (Országos Széchényi Könyvtár und das Budapest Historisches Museum). Die Ausstellung in Budapest erhielt großen Zuspruch (mehr Tausende Besucher, 2 Gästebücher waren mit positiven Evaluierungen voll).


Ausstellung_Russen_u_Deutsc Russen und Deutsche. 1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur

Veranstalter: Ministerium für Kultur der Russischen Föderation, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Staatliches Historisches Museum Moskau, Museum für Vor- und Frühgeschichte

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch
Prof. Dr. Christian Lübke (GWZO) – Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates

Ausstellungszeit und -ort:

  • 6.10.2012-13.1.2013 | Neues Museum Berlin


Internetseite der Ausstellung

Erstmals zeigte eine große Ausstellung die historische Tiefe und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Russen und Deutschen. Beginnend mit den ersten Kontakten und den intensiven Handelsbeziehungen wurde der zeitliche Bogen vom Mittelalter über die Periode intensiver dynastischer Verbindungen im 18. und 19. Jahrhundert bis zu den tiefen Brüchen und den gelungenen Neuanfängen im 20. Jahrhundert gespannt. Der Besucher entdeckte deutsche "Spuren" in der russischen und russische "Spuren" in der deutschen Geschichte. Die hochrangigen, teils noch nie gezeigten Exponate aus bedeutenden Museen und Archiven beider Länder sowie internationale Leihgaben verdeutlichten, wie reichhaltig die gegenseitigen Kontakte waren und sind. Das Ausstellungsprojekt wurde vom Ministerium für Kultur der Russischen Föderation, dem Staatlichen Historischen Museum in Moskau und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Federführung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin entwickelt. Es war ein zentraler Beitrag zum Russlandjahr in Deutschland und Deutschlandjahr in Russland 2012/13.


Ausstellung_Little_Warsaw Little Warsaw – Kampf um die innere Wahrheit

Veranstalter: Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (GfZK) in Kooperation mit dem GWZO
Kuratorin: Franciska Zólyom

Ausstellungszeit und -ort:

  • 6.10.2012–9.12.2012 | Galerie für Zeitgenössische Kunst


Die in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig ausgestellte Installation der ungarischen Künstlergruppe Little Warsaw setzte das Thema der GWZO-Veranstaltung „Geschichtspolitik durch Auftragskunst – Ungarn seit 2010" (Podiumsdiskussion im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, 22.05.2012) direkt fort: Knapp hundert Statuetten aus öffentlichen Sammlungen ungarischer Museen wurden von der Künstlergruppe zum Bild einer fiktiven Schlacht arrangiert. Verschiedene Repräsentationsformen von Herrschaft und Niederlage trafen aufeinander und warfen mit künstlerischen Mittel Fragen auf: nach der Bedeutung dieser Objekte für die kulturelle Erinnerung und nach den Effekten, die Neuanordnungen für das Nachdenken über Geschichte und Identität haben. Die Projektgruppe „Spielplätze der Verweigerung", deren Gäste die beiden Künstler waren, nahm die Ausstellung zum Anlass für Studien zu diesen Fragestellungen. In die Ausstellung war ein Workshop „Politics of Small Acts", 04.10.2012, zu Interventions- und Veränderungsmöglichkeiten durch „kleine Handlungsformate" (small acts) integriert. Er lieferte den Projektmitarbeitern die Möglichkeit, neue „Objekte" ihres Untersuchungsradius kennen zu lernen und mit Akteuren aus Ostmitteleuropa, die an der Schnittstelle von Kunst und zivilgesellschaftlichem Engagement agieren, in die direkte Diskussion zu treten.

Programm zur Ausstellung


Ausstellung_polen_deutschla Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte

Aussteller: Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit dem Königsschloss in Warschau

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch Prof. Dr. Christian Lübke (GWZO) – Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates

Veranstalter: Zamek Królewski w Warszawie, Martin Gropius Bau, Berliner Festspiele, unter den weiteren Veranstaltern/Sponsoren das GWZO

Ausstelungszeit und -ort:

  • 23.9.2011–9.1.2012 | Martin Gropius Bau Berlin


In 19 Sälen und 22 Kapiteln erzählen rund 800 historische und zeitgenössische Exponate erstmals die 1000-jährige Geschichte der wechselseitigen Beziehungen. Die Gliederung der Ausstellung in Themenbereiche dient dazu, die unterschiedlichen Aspekte deutsch-polnischer Nachbarschaft besser zu verstehen. Sie beginnt mit dem hl. Adalbert und Richeza, die, aus Köln kommend, den späteren König Mieszko II heiratete und 1025 Königin von Polen wurde und schlägt den Bogen bis in die Gegenwart: Landshuter Hochzeit, Deutscher Orden, Internationale Gotik und „Polenbegeisterung“ von 1831, Zweiter Weltkrieg, Solidarność, EU-Beitritt. Auch jene schreckliche Zeit zwischen 1939 und 1945, in der Deutsche Polen und seinen Bewohnern unendliches Leid zufügten, wird in der Ausstellung thematisiert, etwa durch den Film „Der Kanal“ (1957) von Andrzej Wajda.


Ausstellung_polen_deutschla 3. Sächsische Landesausstellung "via regia. 800 Jahre Bewegung und Begegnung"

Aussteller: Freistaat Sachsen

Wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung durch Prof. Dr. Winfried Eberhard (Leipzig/GWZO) – Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates

Ausstellungszeit und -ort:

  • 21.5.–31.10.2011 | Kaisertrutz Görlitz


Die via regia ist eine der ältesten und wichtigsten west-östlichen Überlandverbindungen in Mitteleuropa. Als Teil des weitreichenden Wegenetzes von Kiew bis Santiago de Compostela war sie über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Handelsstraßen, die in ihrem Kern vor allem für die Strecke zwischen Krakau und Frankfurt a.M. nachweisbar ist. An ihrem Verlauf entstanden mächtige Städte, Handelsplätze und Kirchen, die zum Teil noch heute an die einstige Bedeutung der via regia erinnern. Auch Görlitz verdankte der via regia seine Gründung und seinen Aufstieg zu einer einst reichen Handelsmetropole. Der Kaisertrutz, der derzeit für die Landesausstellung und die nachfolgende Nutzung bis Ende 2010 saniert wird, markiert das Eingangstor zur Stadt. Das mächtige, denkmalgeschützte Bauwerk liegt auch heute noch in verkehrsgünstiger Lage zwischen der mittelalterlichen Görlitzer Altstadt und der gründerzeitlichen Neustadt. Die sinnlich-erfahrbare kulturhistorische Ausstellung thematisiert das Leben an und auf der Straße. Via regia erzählt die Geschichte von Distanzen und ihrer Überwindung, von den Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte auf ihr gereist, gepilgert und gefl ohen sind. Waren und Güter wurden gehandelt, aber auch Kunst und Kultur wurden auf Rädern, Rücken und in den Köpfen transportiert. Entlang dieses Weges mussten Grenzen überschritten werden, Währungen und Sprachen wechselten, Städte wuchsen und Kriege wurden ausgetragen. Mit den Reisenden kamen Wissen, Wohlstand und wechselnde Moden, aber auch Elend und Krankheiten. Der Rückblick auf die Veränderungen durch Industrialisierung und Schienenverkehr und der Ausblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen im zusammenwachsenden Europa stellen die Verbindung zur via regia zwischen Vergangenheit und Zukunft her.


Ausstellung_cranach Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern. Kirche, Hof und Stadtkultur

Aussteller: Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit dem Königsschloss in Warschau und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Ev. Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Maria Deiters (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:

  • 31.10.2009–24.1.2010 | St. Marienkirche, Berlin-Mitte


Die Ausstellung widmet sich erstmals der Kunst und Kultur der Renaissance in Berlin. Nachdem Kurfürst Joachim II. Berlin zur Hauptresidenz erhoben hatte, beauftragte er Künstler mit Umbauten und einer prachtvollen Ausstattung von Schloss und Dom. Lucas Cranach d. Ä. und seine Werkstatt schufen zahlreiche Altartafeln, mythologische Gemälde und Porträts, die heute den Grundstock der Sammlung in den preußischen Schlössern bilden und jüngst gemäldetechnologisch untersucht wurden. Cranachs Werke stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Schloss Charlottenburg, wo sie in ihren Bezügen zum höfischen Umfeld präsentiert werden. Die Ausstellung in der Marienkirche greift mit dem Blick auf die Pfarrkirchen einen wichtigen Teil der residenzstädtischen Kultur im 16. Jahrhundert auf. In den Kirchenräumen präsentierten sich die höfischen und städtischen Eliten nicht zuletzt über Kunstwerke auf höchstem Niveau, die die künstlerischen und geistigen Entwicklungen und theologischen Debatten dieser Zeit spiegeln.


Ausstellung_900g_gehacktes 900g Gehacktes – Oberlausitzer Silberschätze des 11. Jahrhunderts

Aussteller: Landesamt für Archäologie Sachsen

Wissenschaftliche Begleitung: Dr. Matthias Hardt (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:

  • 8.5.2008–4.1.2009 | Landesmuseum für Vorgeschichte, Japanisches Palais Dresden


Hinter dem nicht alltäglichen Titel der Sonderausstellung verbirgt sich einer der spektakulärsten archäologischen Funde der letzten Jahre in Sachsen: Der 900 Gramm schwere Silberschatz von Cortnitz aus der Oberlausitz. Mit ca. 1600 Einzelteilen ist er der umfangreichste Schatz seiner Art im Freistaat und stellte zum Zeitpunkt seiner Verbergung im 11. Jahrhundert einen erheblichen Reichtum dar. Von der byzantinischen Mode inspirierte Schmuckstücke und filigrane Amulettkapseln mit winzigen Tierfigürchen sind darin ebenso enthalten wie zahlreiche Münzen aus ganz Europa und sogar dem Orient. Zum ersten Mal wird diese Kostbarkeit nun öffentlich gezeigt. Eine Besonderheit des Schatzes klingt bereits im Titel an: Ein Großteil der Objekte ist mit Absicht zerhackt worden. Das im Mittelalter sehr wertvolle Silber diente als Zahlungsmittel und gibt zahlreiche Hinweise auf Wirtschaftsverbindungen zu weit entfernten Gebieten. Wir präsentieren neben dem Cortnitzer Schatz verschiedene Beispiele der besonders faszinierenden Fundgattung der Hacksilberschätze. Anhand zahlreicher Originalobjekte spürt die Ausstellung den Menschen der Slawenzeit und vor allem dem im Gebiet des Schatzfundes ansässigen Stamm der Milzener nach. Dazu werden das alltägliche Leben, Siedlungen, Kleidung, Ernährung und religiöse Vorstellungen des 10. und 11. Jahrhunderts vorgestellt. Viele Indizien helfen zu verstehen, wie ein solch bedeutender Schatz vor fast 1000 Jahren angesammelt und vergraben wurde.


Ausstellung_habsburg_oberlausitz Welt - Macht - Geist. Das Haus Habsburg in der Oberlausitz.

Aussteller: Städtische Museen Zittau

Projektleitung und Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirats: Dr. Joachim Bahlcke (GWZO)

Ausstellungszeit und -ort:

  • 4.5.–3.11.2002 | Städische Museen Zittau

Die Ausstellung fand von Mai bis November 2002 in Zittau statt. Mit ihrer Lage im Dreiländereck zwischen Deutschland, Tschechien und Polen ist die Stadt wie kaum eine andere dazu geeignet, Schauplatz einer großen internationalen Ausstellung zu sein, deren Ziel darin bestand, neues Wissen über die alte Mitte Europas zu vermitteln (13) und die historischen Gemeinsamkeiten der Oberlausitz und Böhmens im engeren Sinne, im weiteren aber auch Beziehungen mit Mähren, Schlesien, Österreich, kurz, mit den Ländern der ehemaligen Habsburgermonarchie (15) in Erinnerung zu rufen. Nicht erst die neuen Grenzen im Mitteleuropa des 20. Jahrhunderts, sondern schon der Übergang der Lausitzen 1635 an Kursachsen und später die nationalstaatlich orientierte Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts hatten diese jahrhundertelangen Kontakte und Verbindungen aus dem Bewusstsein verschwinden lassen.

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