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Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig
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Achilleios, Hagios    PDF

Byzanz

(auch Ail), Griechenland. Insel im kleinen Prespa-See. In situ gefundene epigraphische Zeugnisse weisen auf kaiserzeitliche Besiedlung (πόλις Λυκαίων) hin. Die Insel trug im 11. Jahrhundert den Namen Prespa, der bis ins 13. Jahrhundert vorkommt. Auf der Insel befand sich laut Johannes Skylitzes Ende des 10./Anfang des 11. Jahrhundert der Hof des Zaren →Samuil und seiner Nachfolger →Gavril Radomir und →Ivan Vladislav. Achilleios bildete in dieser Zeit das Zentrum des bulgarischen Reiches. Im Jahr 1072 zerstörten im Dienst von Byzanz stehende Söldner aus Deutschland und Frankreich den Palast, an den noch heute Ruinen und Toponyme wie "Kale", "Porta" und "Pirg" erinnern. Zwischen 982 und 986 ließ Samuil eine dem heiligen Achilleios (Kirchenvater, Teilnehmer am Konzil von Nikaia 325) gewidmete dreischiffige Basilika errichten. Die Gebeine des Heiligen ließ er nach seinem Überfall auf das thessalische Larissa hierher überführen. Die Kirche wurde Patriarchalkirche des Reiches und Samuil soll hier laut Michael Attaleiates im Jahr 1014 bestattet worden sein. Erster Patriarch war German oder Gavril. Nach Verwüstung und Plünderung im Jahr 1072 wurden bauliche Veränderungen an der Kirche vorgenommen. Seit Ende des 14. Jahrhundert fehlten die Mittel, um sie instand zu halten. Sie blieb aber bis zum Ende des 19. Jahrhundert eine Kultstätte und wurde - v.a. zur Patronatsfeier - aufgesucht, da die Verehrung des heiligen Achilleios, von Larissa ausgehend, über Prespa in ganz Makedonien und darüber hinaus Verbreitung fand. Der Name des Heiligen und der Kirche ging am Ende des 11. Jahrhundert/Anfang des 12. Jahrhundert auf die Insel über und bezeichnete auch die dort befindliche dörfliche Siedlung. Von der in wechselnden Reihen von Kalkstein und Ziegeln gebauten Kirche stehen noch Teile der Apsis, der Westwand und der Trennwand zwischen mittlerem und linkem Schiff. Die noch erhaltenen Fresken - bildliche Darstellungen und Schriftbänder - lassen zwei Schichten erkennen. An den Wänden der Apsis bezeichnen gemalte Arkaden die Plätze der dem Patriarchen unterstellten Bischöfe, wobei Inschriften den jeweiligen Bischofssitz nennen. Die Ruinen der Kirche und das angrenzende Terrain wurden seit 1966 archäologisch untersucht (von N. K. Moutsopoulos). Dabei wurden in den Gräbern Skelette, Schmuck, Kupfer- und Eisengegenstände, Gewebereste und v.a. byzantinische Münzen aus dem 12. - 13. Jahrhundert gefunden.



Autor(en)Author(s)
TOMO TOMOSKI

Erstellungsdatum
Creation Date
1995-01-01

Literatur und Quellen
References
Qu.: Michaelis Attaliotae Historia, rec. J. BEKKER, Bonn 1853, 230; Ljetopis popa Dukljanina, ed. V. MOŠIN, Zagreb 1950; Vizantijski izvori za istoriju naroda Jugoslavije III, hg. J. FERLUGA, B. FERJANČIĆ, Beograd 1966; Johannes Skylitzes, 330, lin. 5 - 9; 349, lin. 35. Lit.: H. GELZER, Der Patriarchat von Achrida, Leipzig 1902; I. IVANOV, Car Samuilovata cărkva v Prespa, in: IzvBArchDr 1, 1910, 55 - 80; DJ. STRIČEVIĆ, La rénovation du type basilical dans l'architecture ecclésiastique des pays centrales des Balkans au XIe - XIIe siècle, in: Actes du XIIe Congrès international d'études byzantines I, Beograd 1963, 195 - 201; N. K. MOUTSOPOULOS, Anaskaphē tēs basilikēs tu Aigu Achilleiu, Thessaloniki 1972; C. GROZDANOV, Kultot na car Samuil kon Ahil Lariska i negoviot odraz vo likovnata umetnost, in: Likovna umetnost 8 - 9, Skopje 1983; N. K. MOUTSOPOULOS, Le tombeau du TsarSamuil dans la Basilique de Saint Achille à Prespa, in: ÉBalk 1984, Nr. 3, 114 - 126.