Erschienene Bände

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Theater Wissenschaft Historiographie
Studien zu den Anfängen theaterwissenschaftlicher Forschung in Leipzig

Autorin: Corinna Kirschstein
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 10.11.2009
272 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86583-101-9
Inhaltsverzeichnis

In der mit diesem Band eröffneten Reihe »Leipziger Beiträge zur Theatergeschichtsforschung« werden Studien auf der Suche nach dem Phänomen Theater veröffentlicht. Diese Spurensicherung findet im Spannungsfeld von Gegenwart und Historie statt, um Einsichten in den Reichtum kultureller Theater-Praxen vorzustellen. Dazu gehört der Zusammenhang von Wissen und Theater, der das Fragen nach dem Werdegang der Wissenschaft mit dem Gegenstand Theater einschließt.
Corinna Kirschstein untersucht die Frühphase der deutschen Theaterwissenschaft aus dem Sichtwinkel ihrer Anfänge in Leipzig. Sie revidiert damit die bisherige Historiographie des Faches und zeigt nicht zuletzt, wie der verwendete Begriff von Theater dessen Wissenschaft beeinflusste.

Leipziger Universitätsverlag


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Band 2
Auf dem Weg nach Pomperlörel – Kritik »des« Theaters

Aufsätze

Herausgeberin: Gerda Baumbach
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 21.10.2010
359 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86583-422-5
Inhaltsverzeichnis

Dieser Band ist gewidmet dem Andenken an den Theaterhistoriker Rudolf Münz und präsentiert dessen letzten Aufsatz aus dem Jahre 2006, der die Probleme der Theater(geschichts)wissenschaft bilanziert und für Deutschland thematisiert.
Der Titel Auf dem Weg nach Pomperlörel verweist auf einen Pfad der Phantasie zum theaterhistorischen Gesamtfeld Natur/Mythos – Historie/Geschichte: auf den Spuren traditioneller Theaterfiguren schreiben die Autoren die Kritik »des« Theaters (als Drama, Aufführung etc.) fort. Der Band versammelt Aufsätze bekannter europäischer Theaterhistoriker und vielversprechende Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern.
Die Studien führen zu Variantenreichtum und Gefügen europäischen Theaters. Sie ermöglichen Begegnungen mit der weithin unbekannten deutschen Comödie mit Hanswurst, mit dem europäischen Spielraum der italienischen Comödie und ihrer Figuren, mit dem Ende von Traditionen, aber auch mit deren Fortleben bei Nestroy oder ihrer Wiederbelebung durch Meyerholds (Re-)Konstruktion der Schauspielkunst, mit Berninis Schaffen zwischen dem Theater des Papstes und dem zentralperspektivischen Kunsttheater im barocken Rom, mit den verschwiegenen und stillen Familienverhältnissen der Oper und mit der vergessenen Kultur- und Theatergeschichte im Umfeld von Maske und Person(a) sowie mit den Verwandtschaften des Don Juan und ihrem Platz beim Gastmahl mit den Toten. Themen wie diese verdanken sich neuen Wegen der Theaterhistoriographie, die sich aus dem Umdenken nach 1968 eröffnet hatten und seither weitergegangen werden. Sie verstehen sich als Versuche, die Überlieferung an ihre aktuelle Brisanz zurückzubinden.

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Comica – Donna Attrice – Innamorata
Frühe Berufsschauspielerinnen und ihre Kunst

Autorin: Katy Schlegel
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 21.12.2011
316 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86583-430-0
Inhaltsverzeichnis

Auf der Suche nach dem Reichtum und der Vielfalt von Theater, auf die sich die »Leipziger Beiträge zur Theatergeschichtsforschung« begeben, erkundet die Studie von Katy Schlegel die frühen Berufsschauspielerinnen der so genannten Commedia dell’Arte.
Im Zentrum stehen jene professionellen Schauspielerinnen, die im 16. und 17. Jahrhundert zuerst die italienischen und bald auch die europäischen Schauplätze eroberten. Für die Zeitgenossen war es eine unerhörte Neuerung, dass leibhaftige Frauen Frauenfiguren spielten. Die Quellen lassen sie im Widerstreit der Lobpreisung als »göttliche Frau« und der Verdammung als »höllische Furie« erscheinen.
Katy Schlegel revidiert die im deutschsprachigen Raum geläufige Ansicht von diesen Schauspielerinnen als Wegbereiterinnen der bürgerlichen »naturwahren« Schauspielkunst.
Aus kulturhistorischer Sicht erweisen sie sich als Akteurinnen, die höchst artifiziell mit dem zeitgenössischen Menschen- und Frauenbild, mit Rollen und mit Subjektverfassungen spielten. Auch diese Comiche, obgleich ohne Gesichtsmaske, spielten ebenso wie die Comici, ihre männlichen Kollegen, auf der Grundlage der Gesamtkörpermaske. Dies ermöglichte ihnen Verwandlungen, Vervielfältigungen und Grenzüberschreitungen, in denen sie Grundfragen der menschlichen Existenz kommunizierten.

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prima donna, primo uomo, musico
Körper und Stimme: Geschlechterbilder in der Oper

Autorin: Anke Charton
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 26.03.2012
357 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86583-628-1
Inhaltsverzeichnis

In Verbindung von Theater- und Musikwissenschaft stellt Anke Chartons Studie einen Beitrag zur Opernforschung vor, der Oper aus dem Gesamtphänomen Theater gerade nicht herausnimmt. Sie erkundet so ein weites Feld der Theatergeschichtsforschung. Im Zentrum stehen Geschlechtervorstellungen, die in der Oper von vertrauten Bildern abweichen können: Die Verhältnisse von Körper, Stimme und Geschlecht erweisen sich historisch als erstaunlich variabel und können bis heute die scheinbar »natürlichen« Unterschiede zwischen weiblich und männlich irritierend durchkreuzen. Hier trägt kulturgeschichtlich orientierte Opernforschung zur Geschlechterforschung bei, anthropologiehistorische Geschlechterforschung eröffnet der Opernforschung neue Perspektiven.
Anke Charton unterzieht den Mythos von der »Geburt der Oper« einer kritischen Revision und legt die theatralen Einflussbereiche offen, die nicht nur deren Anfänge ausmachen, sondern auch darüber hinaus wirken. Die Phänomene Kastratengesang und Hosenrolle, die in Zeiten eines verstärkten Interesses an Geschlechterrollen zu populären Forschungsfeldern geworden sind, werden vor dem Hintergrund älterer Körper- und Weltvorstellungen neu gelesen. Dabei wird in vielfältigen Zusammenhängen der Formung und Wahrnehmung der Gesangsstimme nachgespürt. Die Studie schlägt so einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und bietet eine fundierte Einführung in opernhistorische und geschlechtertheoretische Zusammenhänge.

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Akteure und ihre Praktiken im Diskurs
Aufsätze

HerausgeberInnen: Corinna Kirschstein, Sebastian Hauck
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 08.11.2012
438 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86583-532-1
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Akteur? Ist er ein Lügner und Heuchler? Ein Philosoph? Ein Diener der Worte des Autors? Oder Souverän seiner Aktionen? Erzählend und gestikulierend, singend, tanzend und deklamierend, nachahmend, sich verstellend oder sogar von einem Leben ohne Theater träumend – so stellt dieser Band den Akteur vor. Die Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern und bekannten europäischen Theaterhistorikern ermöglichen Begegnungen mit dem Goliarden MacConglinne, dem Tanzmeister Negri, dem Reformator Martin Luther, den Kastraten Nicolini und Guadagni, italienischen Comici, Physikern, der Maschera Pulcinella, Stendhal und seinem zimtfarbenen Überrock, venezianischen Theaterreformern des 18. Jahrhunderts sowie den italienischen Akteuren Dario Fo und Carmelo Bene.
Dabei erkunden die Autoren den Facettenreichtum von Theater zwischen Praktiken schauspielerischen Agierens und theoretisch-akademischen Diskursen: vom Theater der sozialen Lebensrealität, seien es klerikale Prozessionen oder adlige Selbstdarstellungen, bis zu einer Utopie vom Leben ohne Theater und Theaterei, von der Tradition des souveränen Schauspielers bis zu dem Theater, das gemeinhin als »das« Theater gilt und in dem die Gesten des Darstellers die Gemüsebeilage zum Fleischgereicht der Worte des Autors liefern.
So sind die vorliegenden Aufsätze zu Akteuren und ihren Praktiken im Diskurs auch Versuche, an theatertheoretische Grundfragen zu rühren.

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Erinnern – Erzählen – Erkennen
Vom Wissen kultureller Praktiken. Aufsätze

HerausgeberInnen: Ronja Flick, Maria Koch, Ingo Rekatzky
Sprachen: Deutsch, Italienisch
Erscheinungsdatum: August 2017
372 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-96023-046-5
Inhaltsverzeichnis

»Wer nicht tanzt, erkennt nicht, was sich begibt. – Amen«. Tanzend gibt Christus diese Weisheit an seine Jünger weiter. Mit der Fähigkeit leiblichen Erkennens in der Bewegung stoßen wir auf kulturelle und theatrale Praktiken, die im Alltag gemeinhin unsichtbare Seiten des Seins sehen lassen und unterschiedliche Erkenntnisweisen ermöglichen. So wie die Quantenphysik den ›gesunden‹ Menschenverstand schockiert, erschüttern traditionell-moderne Theaterfiguren mit Vorläufern aus Mythen und Erzählungen die Gesetze der Vernunft und Logik, denn sie besitzen gespenstisch widersprüchliche Kräfte. Einstein sprach von »Gespensterfeldern«, weil er befürchtete, letztendlich könnte die Quantenphysik die Grenze zwischen physikalischer Realität und der Welt des Traums verwischen.
Die in Erinnern – Erzählen – Erkennen versammelten Beiträge wagen sich an das Faszinierende wie Erschreckende solcher Grenzverletzungen mit dem Ziel einer Verständigung über damit verbundenes (verborgenes) Wissen. Autorinnen und Autoren aus Philosophie, Kunstgeschichte, Physik, Ethnologie, Musik- sowie Tanz- und Theaterwissenschaft finden unterschiedliche Antworten auf die Fragen, welche Weisen der Erkenntnis möglich sind, welche Wissensformen auch jenseits des logos-zentrierten Denkens existieren und auf welchen Wegen Wissen weitergegeben wird: sei es in der Popkultur des 20. und 21. Jahrhunderts, in der Gestaltung mittelalterlicher Manuskripte oder in theatralen Praktiken der (Frühen) Neuzeit wie der Gegenwart – aus europäischer sowie nichteuropäischer oder auch aus kosmologischer Perspektive. Wie epistemologische Ver- und Aushandlungsprozesse in diversen kulturhistorischen Zusammenhängen immer wieder stattgefunden haben, zeigen exemplarisch die hier aufeinandertreffenden Untersuchungen, und zwar über die vermeintlichen Trennlinien zwischen Natur- und Geisteswissenschaften hinweg.

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Weitere Bände in Vorbereitung