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Buon Viaggio, Dario Fo!

Theaterstudien dario-fo-mistero-buffoverneigt sich vor dem großen, verehrten Comico – und auch Literaturnobelpreisträger – Dario Fo.
Wie kaum ein Zweiter tradierte und vermittelte er jahrhundertealtes comoediantisches Wissen und konnte in seiner virtuosen Schauspielkunst scheinbar mühelos zwischen Figuren, Ebenen, ja sogar Welten reisen.

Buon Viaggio, Dario Fo!


»Unsichtbares Sehbar machen« – Gerda Baumbach im Interview mit dem Kreuzer

Was haben Steckenpferde, Quacksalber und Quantenphysik mit Theater zu tun? Und wie werden in theatralen Praktiken verborgene Wissensformen vermittelt?
Im Interview mit Tobias Prüwer steht die Theaterhistorikerin Gerda Baumbach Rede und Antwort – erschienen im Leipziger Stadtmagazin Kreuzer (10/2015).

Kreuzer Leipzig


VISIBLE – INVISIBLE: Interdisziplinäre Tagung mit Begegnungen zwischen Theorie und Praxis

Plakat_Visible_WebVISIBLE – INVISIBLE:
Gespensterfelder oder vom Wissen kultureller Praktiken

Interdisziplinäre Tagung des Instituts für Theaterwissenschaft Leipzig – mit Begegnungen zwischen Theorie und Praxis
21. – 24. Oktober 2015
»Wer nicht tanzt, erkennt nicht, was sich begibt. – Amen«. Tanzend gibt Christus diese Weisheit an seine Jünger weiter. Mit dieser Fähigkeit leiblichen Erkennens in der Bewegung stoßen wir auf Theater, das Seiten des Seins sehen lässt, die im Alltag unsichtbar sind. Dann tauchen Gestalten auf, die in Mythen und Historien schon
längst da sind.

So wie Praktiken ›gespenstischer‹ Figuren die Gesetze des logischen Denkens erschüttern, schockiert die Quantenphysik den ›gesunden‹ Menschenverstand. Einstein sprach von »Gespensterfeldern«, weil er ein Verwischen der Grenze zwischen der physikalischen Realität und der Welt des Traums befürchtete. Die Tagung wagt sich an das Faszinierende wie Erschreckende solcher Grenzverletzungen.

In der Begegnung von Theorie und Praxis werden grenzüberschreitend Erkenntniswege von Experten, Nachwuchswissenschaftlern und Künstlern präsentiert. Schauspieler und Figurenspieler aus dem Westflügel Leipzig beteiligen sich mit experimentellen Versuchen
an der Verständigung über Arten des (verborgenen) Wissens.

Die Tagung sucht den Austausch mit allen Interessierten, die wir hiermit herzlich einladen.

Flyer zum Download


“Pezzi Chiusi” – Präsentation der Festschrift für Gerda Baumbach

PEZZI_Cover_ScreenAnlässlich des 65. Geburtstags von Gerda Baumbach wurde am 13. Juni 2015 die ihr gewidmete Festschrift Pezzi Chiusi. Geschichten. Konstellationen. Reflexe, herausgegeben von Corinna Kirschstein und Anke Charton, im Lindenfels Westflügel präsentiert. Der Band beinhaltet Beiträge von Schüler_innen von Gerda Baumbach sowie von namhaften internationalen Theaterwissenschaftler_innen aus Italien, Österreich und der Schweiz.

Theatergeschichtsschreibung jenseits eines Narrativs des kontinuierlichen Fortschritts, darin sind sich die Autoren der hier versammelten Texte bei aller Unterschiedlichkeit der von ihnen behandelten Sujets einig, ermöglicht eine perspektivische Vielfalt divergierender und komplementärer Ansätze; sie ermöglicht einen Zugang zu jenen historischen Augenblicken, die das Gegebene aufbrechen und subversives Potenzial entfalten: so wie die für den Aufbau einer Commedia all’improvviso grundlegenden pezzi chiusi, auf die der souveräne Akteur bekanntlich zurückgreift, um eine artifizielle Erzählstruktur zu etablieren – zum Entsetzen jener Theoretiker eines regelmäßigen Dramas, die die Illusion eines linearen Geschichtsverlaufs zu erzeugen versuchen.

Inhaltsverzeichnis

Pezzi Chiusi kann über den Leipziger Universitätsverlag bestellt werden.


Institut für Theaterwissenschaft erhält FAUST-Theaterpreis 2014

Das Institut für Theaterwissenschaft wird im Jahr 2014 mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet. DER FAUST ist der renommierteste und einzige nationale Theaterpreis in Deutschland. Seit 2006 wird er jährlich in diversen Kategorien vergeben und würdigt herausragende Leistungen von Theaterschaffenden. Das Institut für Theaterwissenschaft erhält den Preis des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, Prof. Dr. Klaus Zehelein. Damit wird zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Theaterpreises einer wissenschaftlichen Einrichtung diese Ehrung zuteil. Zur Begründung der Verleihung wird in der Pressemitteilung des Deutschen Bühnenverereins die „nationale wie internationale Strahlkraft und Vernetzung“ des Instituts hervorgehoben. Durch seine weltweiten Kontakte und Kooperationen, durch die der aktuelle Forschungsstand maßgeblich mitgeprägt werde, sei das Institut ein unverzichtbarer wissenschaftlicher und soziokultureller Bestandteil nicht nur der Theaterstadt Leipzig, sondern auch weit über deren Grenzen hinaus. Als höchst erfolgreiche Forschungseinrichtung trage das Leipziger Institut für Theaterwissenschaft entscheidend zur Untersuchung und Veränderung kultureller Diskurse und Praktiken bei.

Das Institut für Theaterwissenschaft ist durch die radikale Spar- und Streichpolitik des Freistaates Sachsen und des Rektorats der Universität Leipzig in seiner Existenz gefährdet und steht bereits auf der Roten Liste der bedrohten Kultureinrichtungen des Deutschen Kulturrats. Mit der Verleihung des Deutschen Theaterpreises soll daher, nach den Worten des Präsidenten des Bühnenvereins, „ein Signal auch gegen die drohende Schließung dieses Instituts – als einziges seiner Art in den neuen Ländern – gesetzt werden.“

Die Preisverleihung findet am 8. November 2014 in der Hamburgischen Staatsoper statt.

DER FAUST 2014