VISS – Verbleibspotenzial internationaler Studierender in Sachsen

Angesichts des demographisch bedingten Fachkräftemangels hat die sächsische Wirtschaft bei ihrer Suche nach benötigten Fachkräften auch die internationalen Studierenden an sächsischen Fachhochschulen und Universitäten als potentielle Nachfrager ihrer Angebote entdeckt. Die Neuordnung der Anerkennung ausländischer Qualifikationen ergänzt dieses Interesse, besonders mit Blick auf Fachkräfte der MINT-Fächer, und soll den Berufseinstieg in sächsischen Unternehmen erleichtern.

Bislang bestehen jedoch erhebliche Unsicherheiten, ob die Interessen der Unternehmen sich mit den Interessen der internationalen Studierenden, in Sachsen zu bleiben auch wirklich decken. Es fehlen entsprechende regionalspezifische Erkenntnisse, um seitens der Politik, der Unternehmen, der Verwaltung und der Hochschulen die nötigen Initiativen zu ergreifen.

Das am Herder-Institut angesiedelte Projekt „VISS – Verbleibspotential internationaler Studierender in Sachsen“ beabsichtigt die komplexen Prozesse der Bleibeentscheidung und des Arbeitsmarktzugangs internationaler Studierender am Beispiel des Freistaats Sachsen exemplarisch entlang der folgenden Fragen zu untersuchen:

  1. Welche Faktoren begünstigen die Entscheidung für den Verbleib, welche erschweren sie?
  2. Wie beeinflussen regionale Akteure internationale Studierende und ihre Karriereentscheidungen?
  3. Welche Kooperationsformen und "Arbeitsteilungen" zwischen Politik, Verwaltung, Hochschulen und Unternehmen haben sich entwickelt, um den Verbleib und die Aufnahme einer Beschäftigung zu ermöglichen?

Zugleich soll damit die empirische Grundlage für die Entwicklung von praxisbezogenen Strategien geschaffen werden, die das Potenzial internationaler Studierender in regionalen Kontexten besser ausschöpfen. Inwieweit die Spezifika der sächsischen Wirtschaft und der sächsischen Hochschullandschaft eine ausschließliche Singularität der Ergebnisse bedingt, wird ein Abgleich mit entsprechenden IQ-Regionalstudien in Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland zum Ende des Projekts erweisen.