Professorenkatalog der Universität Leipzig - Die Professoren-Datenbank für Leipzig
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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensium



Prof. Dr. med. habil. et Dr. phil. h. c. Karl Georg Friedrich Rudolf Leuckart

Lebensdaten

Universitätsarchiv Leipzig, N06673

Bildquelle: Universitätsarchiv Leipzig, N06673

geb. 07.10.1822 in Helmstedt
gest. 06.02.1898 in Leipzig
Konfession: evangelisch-lutherisch
PND: 118572180

Lebenslauf

Studium

  • 1842-1845 Studium: Medizin und Naturwissenschaften in Göttingen

Qualifikation

  • 1845 Promotion zum Dr. med. an der Universität Göttingen
    Titel der Arbeit: De monstris.
  • 1847 Habilitation für Zoologie, vergleichende Anatomie und Physiologie an der Universität Göttingen
    Titel der Arbeit: Über die Morphologie und die Verwandtschaftsverhältnisse der wirbellosen Thiere.

Akademische Karriere

  • 1847-1850 PD für Zoologie, vergleichende Anatomie und Physiologie an der Universität Göttingen
  • 1850-1855 aoProf für Zoologie an der Universität Gießen
  • 1855-1869 oProf für Zoologie an der Universität Gießen
  • 1869-1898 oProf für Zoologie und Zootomie an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig

Ämter

  • 1873-1874 Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
  • 1877-1878 Rektor der Universität Leipzig

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
  • Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien
  • Auswärtiges Mitglied der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München 1868-1898
  • Ordentliches Mitglied der Mathematisch-Physikalischen Klasse der Königlich-Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig 1869-1898
  • Korrespondierendes Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1887-1898

Publikationen (Auswahl)

  • Zur Kenntniss des Generationswechsels und der Parthenogenesis bei den Insekten, Frankfurt/Main 1858.
  • Untersuchungen über Trichina spiralis: zugleich ein Beitrag zur Kenntniss der Wurmkrankheiten, Leipzig 1868.
  • (Hrsg.) Zoologische Wandtafeln: zum Gebrauche an Universitäten und Schulen, mehrere Bde., Kassel 1877-1898.
  • Die menschlichen Parasiten und die von ihnen herrührenden Krankheiten: ein Hand- und Lehrbuch für Naturforscher und Aerzte, 2 Bde., Leipzig 1863-1876.
  • mit Frey, Heinrich, Lehrbuch der Anatomie der wirbellosen Tiere (Lehrbuch der Zootomie, Bd. 2), Leipzig 1847.

Weitere Informationen

  • sein wichtigster akademischer Lehrer wurde Rudolph Wagner in Göttingen, bei dem er auch seit 1845 Assistent wurde
  • in Leipzig wurde er mit der Planung eines neuen Gebäudes für das Zoologische Institut und Museum, dessen Leiter er war, beauftragt, welches 1880 eingeweiht werden konnte
  • 1892 wurde ihm der Maximilians-Orden für Wissenschaft und Kunst und 1897 der Orden Pour le méée für Wissenschaft und Künste verliehen
  • seit 1895 Ehrenbürger der Stadt Leipzig, 1861 Ernennung zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen
  • die Rezension eines seiner Werke durch den Physiologen Carl Ludwig löste eine Diskussion über die Berechtigung der Morphologie als Methode neben der Physiologie aus und führte zum Methodenstreit in der Biologie um die Mitte des 19. Jh.
  • Leuckart zog viele Wissenschaftler nach Leipzig und sammelte einen großen Schülerkreis um sich, darunter sogar graduierte Wissenschaftler, die zur Weiterbildung bei ihm nach Leipzig kamen
  • entscheidend an seiner Forschung ist, dass er Systematiken der Organismen nicht nur nach physiologischen (Physik und Biochemie), sondern v.a. nach morphologischen (Struktur und Form) Aspekten erstellte und somit eine neue Klassifikation schuf
  • forschte mit dem damals noch ungewöhnlichen Mittel des Experimentes auf dem Gebiet der parasitischen Würmer, bes. Leberegel, Rinderbandwurm und Trichinen, aufgrund welcher Untersuchungen das Gesetz zur Fleischbeschau veranlasst wurde
  • in der Lehre Darwins sah Leuckart eine wichtige Anregung für die neuere Biologie, er ging aber nicht so weit, sie zu einer Weltanschauung zu machen
  • in seinen Werken wendete er die damals noch neue Methode der Morphologie an und brachte die Wirbellosen zu einer angemessenen Berücksichtigung neben den Wirbeltieren
  • in seiner Zeit in Gießen führte er das zoologische Praktikum ein, das auch an anderen Universitäten übernommen wurde und die nächsten hundert Jahre in dieser Form an den deutschen Universitäten fortbestand
  • starb infolge eines Herzschlages

Biographische, autobiographische Literatur

  • Wunderlich, Klaus, Rudolf Leuckart: Weg und Werk (Biographien bedeutender Biologen, Bd. 2), Jena 1978.
  • Zirnstein, Gottfried, Rudolf Leuckart (1822-1898), in: Wiemers, Gerald (Hrsg.), Sächsische Lebensbilder, Bd. 5, Leipzig 2003, S. 367-393.
  • Zirnstein, Gottfried, Ein "richtiger" Zoologe: zum 100. Todestag von Rudolf Leuckart, in: Mitteilungen und Berichte für die Angehörigen und Freunde der Universität Leipzig 1/1998, S. 10.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

DBA I, Fiche 758, 351-355 und 357; DBA II, Fiche 807, 81-103; NDB Bd. 14, S. 372f.; ADB Bd. 15, S. 672-675; Personal- und Vorlesungsverzeichnisse.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Karl Georg Friedrich Rudolf Leuckart
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: https://research.uni-leipzig.de/catalogus-professorum-lipsiensium/leipzig/Leuckart_1271
Datum: 29.11.2021

Der Professorenkatalog Leipzig entstand im Zeitraum 2006-2009 unter Leitung von Prof. Dr von Hehl. Die hier verfügbaren Daten (ohne Abbildungen) stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0. Die Bildlizenzen sind separat innerhalb der Datensätze der einzelnen Personen ausgezeichnet. Die Inhalte dieses Katalogs sind seit 2011 unverändert. Bei Fragen und Anregungen, schicken Sie bitte eine E-Mail an: thomas.riechert@htwk-leipzig.de