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B02
Research Area
Geschichte Afrikas und Kolonialgeschichte

African-European Entangled Histories and Spatial Orders in “Berlin’s Africa”

In der ersten Förderphase hat das Teilprojekt die 1885 in Berlin beschlossene Freihandelszone des konventionellen Kongobeckens in Mittel- und Ost-Afrika als Raumformat kennzeichnen und eine historische koloniale Ordnung rekonstruieren können, die zwar von der Kongokonferenz ausgelöst, jedoch über Jahrzehnte translokal und interimperial ausgehandelt wurde und sich über die eigentlichen Berliner Absprachen und Imaginationen hinaus entwickelt hat. Indem wir die Freihandelszone als ein Raumformat verstanden haben, konnten wir seine Wirksamkeit zeigen, seine Beziehungen zu anderen Raumformaten (wie sie sich etwa in afrikanischen politischen Einheiten, Migrationsräumen, Eisenbahn- oder Telegraphienetzwerken, kolonialen Territorien, Kolonialstädten usw. manifestierten) herausstellen und seine Bedeutung für die entstehende koloniale Raumordnung nachvollziehen. Die Imagination des konventionellen Kongobeckens beruhte auf europäischen Kategorien des Raumdenkens und zumeist begrenzten europäischen Kenntnissen über Afrika, die gleichwohl zur Grundlage des Handelns wurde. Tatsächlich war die Freihandelszone nicht die alles bestimmende und ordnende Kraft während der Kolonisierung Ost- und Mittelafrikas, sondern war als Raumformat ein Referenzrahmen, der das koloniale Handeln prägte. Das zu erkennen hat uns ermöglicht, alternative Verräumlichungsprozesse – besonders von afrikanischen Akteur_innen und mit Berücksichtigung ihrer Raumvorstellungen – in der Region zu analysieren, aber auch die konflikthafte Gestaltung einer von Kolonialismus geprägten Raumordnung in der Welt zu untersuchen.

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