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Herbert Uebermuth

 
Uebermuth
  Herbert Uebermuth
Herbert Uebermuth wurde am 18. Januar 1901 als Sohn eines Friseurmeisters in Leipzig geboren.
Von 1911 bis 1920 besuchte er das Thomas - Gymnasium in Leipzig, und im Anschluss daran begann er ein Studium der Medizin an der Universität Leipzig. Kurze Zeit nach dem Staatsexamen wurde er über das Pankreaskarzinom promoviert. Die nächsten 7 Jahre sammelte er Erfahrungen im Pathologischen Institut Leipzig und in der Berliner Universitätsfrauenklinik. Als Würdigung seiner klinischen Fähigkeiten und wissenschaftlichen Arbeit bot ihm Walter Stoeckel die Habilitation an.
1933 kehrte Uebermuth nach Leipzig zurück und wurde Assistent in der chirurgischen Klinik, wo er sich nach 1936 habilitierte. Im darauffolgenden Jahr erhielt Uebermuth die Dozentur für das Fachgebiet Chirugie. 1942 erfolgte die Einberufung zum Militär. Er geriet 1945 in Gefangenschaft, aus der er 1946 wieder nach Leipzig entlassen wurde.
Bis zu seiner Berufung zum Direktor des Chirurgisch-Poliklinischen Instituts der Universität Leipzig im Jahr 1950 war er als freipraktizierender Chirurg tätig. 1952 wurde Uebermuth zum Professor mit Lehrstuhl für Chirurgie ernannt. Zwischen 1955 und 1957 war er ärztlicher Direktor des Klinikums und 1958/59 Dekan der medizinischen Fakultät.
Neben seiner klinischen Tätigkeit war er wissenschaftlich tätig und hinterließ mehr als 130 Publikationen, u.a. das Lehrbuch der Speziellen Chirurgie.
Durch seine Initiative entstanden aus Spezialabteilungen eigenständige Kliniken: 1958 die Kinderchirurgische Klinik sowie 1961 die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie.
Uebermuth war sprachgewandt, und in seinen Vorlesungen vermittelte er auf eindrucksvolle Weise chirurgisches Wissen und demonstrierte auch einfache operative Eingriffe. Er erhielt verschiedene Ehrungen und Auszeichnungen - so war er Ehrensenator der Universität Leipzig und erhielt die Ehrendoktorwürde der Friedrich Schiller Universität Jena. In zahlreichen wissenschaftlichen Gremien und Chirurgengesellschaften war Uebermuth Mitglied bzw. Ehrenmitglied.
1966 wurde Prof. Uebermuth emeritiert, blieb aber bis 1967 kommissarischer Direktor der Klinik. Herbert Uebermuth war auch nach seiner Emeritierung wissenschaftlich aktiv und befasste sich nun in der Hauptsache mit gutachterlichen Fragestellungen.
In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gelang es ihm wie kaum einem Anderen, glänzende Operateure und außerordentlich befähigte Wissenschaftler auszubilden.
Am 1.1.1986 verstarb Herbert Uebermuth kurz vor seinem 85. Geburtstag.

Quelle:
http://www.slaek.de/50aebl/2001/archiv/01/pdf/0101_022.pdf, eingesehen am 15.09.2009


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