Logo
Felix Krueger

Der Psychologe Felix Krueger wurde am 10. August 1874 in Posen geboren.
Nach dem Studium der Philosophie, Geschichte, Nationalökonomie und Physik an den Universitäten Strassburg, Berlin und München, wurde er 1897 zum Dr. phil. an der Universität München promoviert.
 
Felix Krueger
  Felix Krueger
Danach arbeitete er im Institut für experimentelle Psychologie Wilhelm Wundts an der Universität Leipzig. Nach einer zweijährigen Assistentenzeit in Kiel kehrte er 1901 als Assistent nach Leipzig zurück, wo er sich 1903 habilitierte. Im Jahr 1906 nahm er einen Ruf an die Universität Buenos Aires an. Hier leitete er das Laboratorium für angewandte Psychologie. 1910 wurde er nach Halle berufen und zum Leiter der psycho-physischen Sammlung ernannt. 1912/13 lehrte er an der Columbia University in New York.
Im Ersten Weltkrieg meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und nahm an den Kämpfen vor Verdun und Cambrai, an der Sommeschlacht und am Rumänienfeldzug teil.
Krueger hatte eine deutsch-nationale Gesinnung und war ein Gegner des Versailler Vertrages.
1919/20 nahm er während des Kapp-Putsches an den Kämpfen des Leipziger Zeitfreiwilligenregiments teil. Während der Weimarer Republik hielt er Vorträge in deutsch-völkischen bzw. rechtsextremistischen Zirkeln und Vereinen 1.

Als Wissenschaftler war Krueger hoch anerkannt.
1917 wurde er als Nachfolger Wilhelm Wundts an die Universität Leipzig auf Vorschlag von Wundt berufen, da Krueger die beiden Richtungen der Wundtschen Psychologie, experimentelle und Völkerpsychologie, weiterzuführen gedachte. Gleichzeitig erfolgte die Ernennung zum Direktor des Psychologischen Instituts.
Nach Wundts erster Leipziger Schule, die sich besonders dem psychologischen Experiment zuwandte, entwickelte sich unter Kruegers Leitung die zweite Leipziger Schule der Ganzheitspsychologie. Krueger begann die bekannte Schriftenreihe "Neue Psychologische Studien" mit dem richtungsweisenden Beitrag "Über psychische Ganzheit".
1925 erfolgte eine Umbenennung des "Instituts für experimentelle Psychologie" in "Psychologisches Institut" mit folgenden Abteilungen:
- Abteilung für angewandte Psychologie und experimentelle Pädagogik
- Abteilung für Maßmethodik und Psychologie der Wahrnehmung
- Abteilung für Psychologie der höheren Funktionen
- Abteilung für Entwicklungspsychologie, einschließlich Psychologie des Kindes.
Von 1927 bis 1934 war Krueger Vorsitzender der Deutschen Philosophischen Gesellschaft.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten begrüßte Krueger, da er die Hoffnung hatte, dass die seelische Erneuerung des deutschen Volkes bevorstünde und die Psychologie dazu ihren Beitrag leisten könnte.
Krueger war von April 1935 bis Januar 1936 Rektor der Universität Leipzig. Seine Antrittsrede als Rektor enthielt die Hoffnung auf einen nationalsozialistischen Kern an der Universität mit volksverbundenener Gesinnung 2.
Er teilte aber nicht den Antisemitismus der Nationalsozialisten. Seine jüdischen Doktoranden betreute er weiter. In einem Vortrag hatte er von dem "edlen Juden Heinrich Hertz" gesprochen und setzte sich damit der Kritik des NS-Studentenbundes aus. Ab 1936 wurde ihm vom sächsischen Volksbildungsministerium das "Abhalten von Vorlesungen und Übungen für die Dauer des laufenden Semesters verboten". Man empfahl ihm, das Rektoramt aus gesundheitlichen Gründen abzugeben, was er am 8. Januar 1936 tat. Im April 1938 wurde seinem Gesuch um vorzeitige Emeritierung stattgegeben.
Felix Krueger starb am 25. Februar 1948 in Basel.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Krueger, eingesehen am 06.02.2008
http://www.uni-leipzig.de/~psycho/hist.html, eingesehen am 06.02.2008>


Fußnoten
1 Vgl. http://www.catalogus-professorum-halensis.de/kruegerfelix.html, eingesehen am 06.02.2008
2 ebenda

 Zur Zeittafel      Seitenanfang      Diese Seite drucken