Neue Geschäftsführerin am Forschungs- und Transferzentrum b-ACT matter

Im November 2024 hat Franziska Ullm die Geschäftsführung des Forschungs- und Transferzentrums für bioaktive Materie b-ACT matter übernommen und folgt damit auf Dr. Susanne Ebitsch, die im Oktober die Universität Leipzig verlassen und zum Center for the Transformation of Chemistry (CTC) gewechselt war.

Die Universität Leipzig ist für die aus Sachsen stammende Biochemikerin kein Neuland. Hier hat sie bereits Biologie studiert und später im Masterstudium Biochemie mit der Vertiefung Biomedizin.
Im Anschluss an ihr Studium blieb Franziska Ullm der Universität Leipzig vorerst erhalten: Bis 2022 arbeitete sie am Institut für Biochemie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin, wo sie Erfahrungen in der Koordination von Forschungsprojekten und der Betreuung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte sammelte.

Die vergangenen zwei Jahre war sie am FILK Freiberg Institute gGmbH tätig, einer außeruniversitären Freiberger Forschungseinrichtung mit akkreditiertem Prüflaboratorium, die sich auf Materialwissenschaften und Technologieentwicklung spezialisiert haben.

Wir freuen uns, dass Franziska Ullm die administrative Leitung des Zentrums übernommen hat und heißen Sie herzlich willkommen!

Franziska Ullm ist neue Geschäftsführerin am Forschungs- und Transferzentrum b-ACTmatter

b-ACT matter Symposium

Neue (biobasierte) Materialien und Technologien für die Produktion und Daseinsfürsorge der Zukunft

Wir möchten Sie herzlich zu dem Symposium einladen:

am 24. März 2025
von 9:00 bis 18:00 Uhr

in der BIO CITY LEIPZIG.

Ziel der Veranstaltung ist es, die Breite der Zukunftsperspektiven dieses innovativen Forschungsfeldes aufzuzeigen und zu diskutieren.
Gemeinsam mit unseren internationalen, nationalen und regionalen Projektpartnern, politischen Entscheidungsträgern und renommierten Wissenschaftlern werden folgende Themen im Fokus der Veranstaltung stehen:

  1. Neue Methoden und Prinzipien im Bereich der bioaktiven Materie und der KI, um nachhaltige Technologien voranzubringen
  2. Technologietransfer in den Natur- und Biowissenschaften, mit Schwerpunkt auf der Förderung von Innovationen und Start-ups in diesen Bereichen
  3. Chemische Produktion im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft
  4. Ressourcenmanagement und Nachhaltigkeit, einschließlich kritischer Bereiche wie Energie, Futtermittel und Wasser
  5. Sensortechnologien für Anwendungen in der Medizin und Umweltüberwachung

Den konkreten Programmablauf können Sie der Agenda entnehmen.


Anmeldung
Bitte melden Sie sich über unser Online-Formular an.
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an uns.

VERANSTALTUNGSORT
Universität Leipzig
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum (BBZ)
Hörsaal (Seminarraum 1)
Deutscher Platz 5
04103 Leipzig

Agenda Symposium
Programm

Wir danken unseren Unterstützern und Förderern:

Science Slam an der Universität Leipzig

Am Dienstag, den 12. November 2024, findet 20:00 Uhr ein Science Slam an der Universität Leipzig statt, bei welchem auch Selina Hanisch aus der b-ACT-Nachwuchsgruppe BioMat eine Präsentation halten wird. Das Event wird von Jack Pop, bekannt aus dem Circus of Science Leipzig, moderiert. Das Rahmenprogramm und weitere Slams werden in Deutsch gehalten, der Vortrag von Selina wird auf Englisch sein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen gemeinsam einen unterhaltsamen Abend zu erleben.

Der Eintritt ist frei.

Wo?
Universität Leipzig
Chemie & Mineralogie
Johannisallee 29
großer Hörsaal 027

Wann?
12. November 2024
20:00 bis 22:00 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)

Was?
Interaktives Wissenschafts-Event mit Slams aus der Medizin, Informatik, Biochemie, Biotechnologie und natürlich vielen Memes! Link zur Veranstaltung: Universität Leipzig: Science Slam: Vorhang auf für die Wissenschaft

IP4-Wissenschaftsgespräche des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung

Thema des Vortrags:

Exoelektrogenese als dauerhafter extrazellulärer Elektronentransportweg in photosynthetischen Bakterien

Referentin:
Dr. Laura Wey
Photosynthetic Microbes Group, University of Turku, Finnland

Wann?
3. Dezember 2024 | 14:30 Uhr

Wo?
im KUBUS 1CD
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Permoserstraße 15
04318 Leipzig

In diesem Seminar wird Dr. Laura Wey ihre Forschungsarbeiten zur Exoelektrogenese vorstellen – dem faszinierenden Verhalten photosynthetischer Mikroorganismen (und Chloroplasten), bei dem sie Elektronen an ihre äußere Umgebung abgeben. Ihre Arbeit zielt darauf ab, die zugrundeliegenden biophotoelektrochemischen Mechanismen der Exoelektrogenese aufzuklären, die beteiligten Elektronenquellen und -wege zu identifizieren und zu untersuchen, wie dieser Prozess mit anderen Hilfselektronentransportwegen innerhalb der Zelle interagiert. Sie wird erörtern, wie sie die Photoelektrochemie mit der Photosynthese-Spektroskopie gekoppelt hat, um Photostromprofile zusammen mit wichtigen photosynthetischen Parametern wie der Redoxkinetik von P700 und Ferredoxin bei Mutanten zu analysieren, denen Photosysteme oder intrazelluläre Elektronensenken wie Flavodiiron-Proteine und der NDH-1-Komplex fehlen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die intrazellulären Elektronentransportwege zwar zunächst dominieren, die Exoelektrogenese jedoch langfristig bestehen bleibt und selbst bei Vorhandensein einer starken heterologen intrazellulären Elektronensenke weiterhin Photostrom erzeugt.
Sie freut sich darauf, diese Ergebnisse und ihre möglichen Auswirkungen auf die grüne Energie und die Biotechnologie zu erläutern.

Alle Mitarbeitenden von b-ACTmatter sind herzlich eingeladen!

Biochemisches Kolloquium des Instituts für Biochemie und b-ACT matter

Wir laden Sie herzlich zum gemeinsamen biochemischen Kolloquium des Instituts für Biochemie und b-ACT matter im Dezember ein.

Thema des Kolloquiums:

Carbon dioxide utilization and microbiomes: Unraveling physiological
traits of anaerobic (gas-fermenting) microbes


Referent:
Dr. Bastian Molitor

Wann?
Dezember 2024 | 16:00 bis 17:30

Wo?
Die Veranstaltung findet in Präsenz.

Fakultät für Lebenswissenschaften,
Brüderstr. 34
Kleiner Hörsaal (2. Stock)

Optional kann man auch per Livestream an dem Kolloquium teilnehmen:
https://uni-leipzig.zoom-x.de/j/65624868400
Meeting-ID: 656 2486 8400
Kenncode: 347108

Die Forschung von Dr. Bastian Molitor konzentriert sich auf Mikroben, die in völliger Abwesenheit von Sauerstoff gedeihen (Anaerobier) und sich von Gasen wie Wasserstoff und Kohlendioxid als Wachstumssubstrat ernähren. Diese Mikroben kommen in vielen natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umgebungen vor, im Verdauungstrakt von Tieren und Menschen sowie in anaeroben Fermentern, wo sie mit anderen Mikroben in Wechselwirkung treten und von mikrobiellen Viren infiziert werden.

Foto: Colourbox

Kick-off Meeting des M-ERA.NET-Projektes LivMat

Im Sommer startete das neue b-ACTmatter-Projekt „LivMat: Productive catalytic living materials: combining 3D biobased fibrillar membranes with synthetic microbial consortia to produce chemicals“ (Produktive katalytische lebende Materialien: Kombination von 3D biobasierten fibrillären Membranen mit synthetischen mikrobiellen Konsortien zur Herstellung von Chemikalien).
Am 19. September 2024 trafen sich die Projektpartner der Universität Leipzig, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der Technischen Universität Istanbul (ITU), der Technischen Universität Kaunas (KUT), der Universität von Lettland (ULaT) und der Solaga GmbH in der Leipziger BIO CITY zum Kick-off Meeting.

Bei dem Kick-off-Meeting stellten die Projektpartner ihre jeweiligen Expertisen und Methoden vor und konkretisierten die nächsten Schritte und Aufgaben im Projektablauf. Die Wissenschaftler tauschten sich darüber aus, wie Methoden, Werkstoffe und die Bedingungen der verwendeten Technologien und derzeitige Modelle verbessert werden und welche Rolle KI bei den Optimierungsprozessen spielen könnte.

Das nächste Treffen der Projektpartner ist im kommenden Jahr in Istanbul geplant.

Ausgangspunkt und Ziel des Livmat-Projektes

Die globalen chemischen Systeme sind in erster Linie von fossilen Brennstoffen abhängig, daher begrenzt und emissionsintensiv. Nachhaltige Lösungen für die Herstellung von Chemikalien für eine Kreislauf-(Bio-)Wirtschaft sind daher zwingend notwendig.
Das Hauptziel des LivMat-Projekts ist die Erfassung und Nutzung natürlicher Ressourcen (wie Naturfasern) und Abfallressourcen (z. B. CO2) zur Entwicklung katalytischer lebender Materialien (cat-LMs), die robust, energieeffizient und für die chemische Produktion skalierbar sind. Im Rahmen des Projekts LivMat wird die Entwicklung eines synthetischen mikrobiellen Konsortiums angestrebt, welches auf natürliche und Abfallressourcen zurückgreift. Zudem ist die Konstruktion von Prototypen von Bioreaktoren auf der Grundlage von Kat-LMs für die kontinuierliche Monomerproduktion vorgesehen. Das Verfahren hilft CO2 zu binden und die Ziele der EU zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu unterstützen. Mit der Entwicklung von Bioreaktoren-Prototypen für die kontinuierliche chemische Produktion unterstützt das Projekt den Europäischen Green Deal und den Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft.

Fördernetzwerk M-ERA.NET

Gefördert wird das Projekt über M-ERA.NET („Material and Energy Research Alliance – European Network“). Das Konsortium ist ein europäisches Netzwerk öffentlicher Förderorganisationen, welches die Koordinierung nationaler und regionaler Förderprogramme im Bereich der Material- und Batterietechnologien unterstützt und verbessert. Gefördert werden Projekte mit innovativen Technologien, welche die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen verfolgen und vorantreiben.

Neue Publikation zum Nachweis von Sulfonamid-Antibiotika

Unsere Forschungsgruppe „Aktive Materialien“ hat kürzlich in der Zeitschrift ACS Applied Materials & Interfaces einen Artikel zum Nachweis von Sulfonamid-Antibiotika mit optischen Biosensoren veröffentlicht. Die in der Arbeitsgruppe entwickelte Technologie basiert auf elastischen Hydrogel-Mikropartikeln, sogenannten weichen kolloidalen Sonden (SCP).

Sulfonamid-Antibiotika waren die ersten synthetischen Antibiotika auf dem Markt und haben immer noch ein breites Anwendungsgebiet. Ihre umfangreiche Verwendung, falsche Entsorgung sowie begrenzte Abbautechnologien in Kläranlagen führen zu hohen Konzentrationen in der Umwelt, was sich negativ auf die Ökosysteme auswirkt und Antibiotikaresistenzen beschleunigt. Obwohl es schon laborgestützte Analysemethoden zum Nachweis von Sulfonamiden gibt, wird eine umfassende Überwachung durch das Fehlen von mobilen und kostengünstigen Sensortechnologien direkt vor Ort in der Umwelt erschwert.
Die Publikation zeigt ein Proof-of-Concept zum Nachweis von Sulfonamid-Antibiotika in wässrigen Proben, der direkt in der Natur für die Umweltüberwachung verwendet werden kann. Die vorgestellte Technologie nutzt funktionalisierte elastische Hydrogel-Mikropartikel und deren Fähigkeit, sich bei spezifischer Bindung an enzymbeschichteten Oberflächen leicht zu verformen. Dieses Bindungsverhalten dient als Grundlage für einen Biosensing-Test, der einen schnellen und unkomplizierten Nachweis von Sulfonamid-Antibiotika außerhalb des Labors bietet.

Gemeinsame Vortragsreihe des EU Marie-Curie-Netzwerkes DYNAMO mit b-ACT matter

18. September 2024
Das EU Marie-Curie-Netzwerk „DYnamic control in hybrid plasmonic NAnopores: road to next generation multiplexed single MOlecule detection DYNAMO“ organisiert ein Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk zur Entwicklung der nächsten Generation von Einzelmolekültechnologien unter Verwendung hybrider DNA- und metallischer Nanostrukturen.
Im Rahmen eines dreitägigen Netzwerk-Workshops des Doktorandenprogramms findet am Mittwoch, den 18. September, eine gemeinsame DYNAMO/b-ACT-Materie-Veranstaltung statt, bei der die Doktoranden ihre Forschung in Vorträgen vorstellen können. Dem Netzwerk gehören akademische und industrielle Hightech-Partner an, die Experten für optische Spektroskopie, DNA-Nanostrukturen, Nanoporentechnologie und Einzelmoleküldetektion sind.
Ziel von DYNAMO ist es, die nächste Generation hochqualifizierter Forscher auszubilden, die die Wissenschaft der Einzelmoleküldetektion und -charakterisierung voranbringen werden.

Tagesordnung der gemeinsamen DYNAMO b-ACTmatter Lecture

  • 9:00 – 10:30 Uhr
    Sitzung 1: Strukturelle DNA-Nanotechnologie – DNA-Nanostrukturen, Designprinzipien, Methoden, Aufbau von Suprastrukturen (Vortragender: Dr. Henri Franquelim)
  • 10:30 – 11:00 Uhr
    Kaffeepause
  • 11:00 – 12:30 Uhr
    Sitzung 2: DNA-basierte kolloidale Anordnung – kolloidale Anordnung, CNT-Ausrichtung, DNA-basierte Lithographie, Anwendungen (Vortragender: Prof. Ralf Seidel)
  • 12:30 – 14:00 Uhr
    Mittagspause
  • 14:00 – 15:30 Uhr
    Sitzung 3: Technologietransfer und geistiges Eigentum (Vortragende: Dr. Susanne Ebitsch)
  • 16:00 Uhr
    Farewell

Was ist eigentlich Kreislaufwirtschaft?

SAS und b-ACTmatter besuchen Schülerinnen und Schüler in Lommatzsch

Am 6. und 7. August referierten Dr. Susanne Ebitsch, Geschäftsführerin von b-ACTmatter, und Thomas Wendland von der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung GmbH SAS, zum Thema Kreislaufwirtschaft an der Lommatzscher Oberschule für Pflege.

Ziel war es den Schülern der 8. und 9. Klassenstufe das Thema anhand der Wanderausstellung „Kreislaufwirtschaft aus der Perspektive sächsischer Forschungseinrichtungen“ die Projekte enzymatisches Kunststoffrecycling des Gründungsteams ESTER Biotech und die Kunststoffherstellung mit schleimigen Bakterien und Algen-WGs der Nachwuchsgruppe BIOMAT von b-ACTmatter näher zu bringen. Gemeinsam mit den Schülern wurden Ideen entwickelt, wie jeder zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beitragen kann. Besonderer Hingucker waren die mitgebrachten Trinkbecher und Gartengeräte aus biobasiertem Kunststoff (PBS @ Exipnos).
Die Kreislaufwirtschaft hat besonders große Potenziale für eine erfolgreiche Strukturentwicklung im Freistaat Sachsen. Ziel war es deshalb auch, die junge Generation für die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft zu sensibilisieren und erste Einblicke in die Forschung und in die zukünftige Berufswelt zu geben.

Herzlichen Dank an die Schulleiterin Frau Gerlach und an alle beteiligten Klassenlehrer!

Dr. Susanne Ebitsch und Thomas Wendland in der Oberschule Lommatzsch. Foto: Thomas Wendland

b-ACT matter Retreat in Nimbschen

Weg vom Schreibtisch und raus aus dem Labor: Abseits vom Forschungsalltag konnte das Team von b-ACT matter beim Retreat einen Tag im Hotel Kloster Nimbschen in der Nähe von Grimma den aktuellen Stand der Forschungs- und Transferprojekte in b-ACT Matter Revue passieren lassen.
Dr. Henri Franquelim und Dr. Rohan Karande stellten die innovative Forschung ihrer Nachwuchsgruppen zur Entwicklung von biomimetischen Systemen und Biomaterialien vor. So bieten die Projekte LivMat und REPLACER Chancen, um mit neuen, bakteriellen Technologien die chemische Industrie zu tranformieren.

Im Transferbereich stellte Prof. Tilo Pompe das Start-up-Projekt seiner Forschungsgruppe vor, in welchem Point-of-Use-Sensor-Assays entwickelt und als mobile Nachweisverfahren von chemischer Verbindungen in Umweltproben zum Einsatz kommen können. Dr. Christian Sonnendecker vom Start-Up EST3R Biotech zeigte die neusten Optimierungen im Design der plastikabbauenden Enzyme auf dem Weg zu Hochdurchsatzverfahren für die industrielle Nutzung.

Vorträge des Forschungs- und Transferprojekte beim Retreat von b-ACT Matter

Foto: b-ACT matter